Daimler-Chef erlitt zahlreiche Niederlagen
Chronik: Misserfolge in der Ära Schrempp

Dem überraschenden Abgang von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp sind eine Reihe von Misserfolgen des Managers an der Spitze des Autokonzerns vorangegangen. Hier eine Chronik der Ära Schrempp an der Spitze des Stuttgarter Automobilbauers:

Mai 1995: Schrempp wird Nachfolger von Edzard Reuter als Vorstandschef und übernimmt einen Technologiekonzern mit erheblichen Problemen.

Januar 1996: Außerordentliche und operative Verluste haben sich 1995 trotz guter Gewinne der Autosparte zu einem Gesamtminus von 5,7 Mrd. DM addiert. Nach dem von Experten skeptisch beäugten „Befreiungsschlag“ leitet Schrempp eine Radikalkur mit dem Verkauf zahlreicher Beteiligungen ein.

August 1997: Daimler Benz erhöht Beteiligung beim Kleinstwagen Smart (bis 1998) auf 100 %.

Oktober 1997: Die neue A-Klasse wird mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) nachgerüstet, nachdem ein Testwagen in Schweden beim „Elchtest“ umgekippt war.

Mai 1998: Schrempp kündigt die Fusion mit dem drittgrößten US-Autohersteller Chrysler an und sorgt weltweit für Schlagzeilen.

November 1998: Die Fusion zur Daimler-Chrysler AG ist perfekt. Das neue Unternehmen hat einen Börsenwert von 76 Mrd. Dollar. Schrempp und Chrysler-Chef Robert J. Eaton führen den Giganten zunächst gemeinsam. Kursgewinne bleiben aus, die Zusammenführung erweist sich als kompliziert.

März 2000: Eaton verlässt den Konzern, Schrempp bleibt alleiniger Konzernchef.

Sommer/Herbst 2000: Die Konzentration wird fortgesetzt mit dem Verkauf der Telefongesellschaft Debitel und der Einbringung der Luftfahrttochter Dasa in den neuen EADS-Konzern. Die Bahntechnik-Tochter Adtranz geht an Bombardier.

September 2000: Mit dem rund 2,2 Mrd. € teuren Einstieg bei Mitsubishi Motors in Japan (34 % Anteil) will sich Daimler-Chrysler den Zugang zum wachsenden asiatischen Automobilmarkt sichern. Zugleich werden rund zehn Prozent an der koreanischen Hyundai Motor erworben.

November 2000: Nach Verlusten im dritten Quartal entlässt Schrempp Chrysler-Chef James Holden und bestellt den bisherigen Nutzfahrzeug-Chef Dieter Zetsche aus Stuttgart zum Nachfolger. In einem Interview der „Financial Times“ wird Schrempp zitiert, es sei nie ein „Zusammenschluss unter Gleichen“ mit Chrysler geplant gewesen. Schrempp distanziert sich später von dem Zitat. Dennoch erhebt der einst größte Chrysler-Einzelaktionär Kirk Kerkorian eine Schadensersatzklage, weil er sich bei der Fusion getäuscht und übervorteilt sieht.

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