Daimler-Chef tritt ab
Jürgen Schrempp – der harte Mann von Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler-Chef Schrempp stand in den vergangenen Jahren laufend unter Beschuss. Denn im Konzern lief einiges schief. Doch Schrempp hielt durch. Bis jetzt. Nun tritt er ab. Chrysler-Chef Dieter Zetsche soll sein Nachfolger werden.

HB DÜSSELDORF. Jürgen Schrempp gilt als einer der härtesten Manager der Autoindustrie - und in diesem und dem vergangenen Jahr hatte er gleich mehrfach Gelegenheit, diesem Ruf gerecht zu werden. Eine Krise nach der anderen tat sich bei Deutschlands größtem Industriekonzern auf. Die Milliardenklage des Ex-Chrysler-Großaktionärs Kirk Kerkorian, das Desaster mit dem Mautsystem Toll Collect, der erzwungene Rückzug beim japanischen Partner Mitsubishi Motors, das Ende der Allianz mit dem koreanischen Autokonzern Hyundai, Qualitätsprobleme bei der Marke Mercedes, riesige Verluste bei der Kleinwagentochter Smart.

Doch Schrempp, der groß gewachsene Badener, schien alle Schwierigkeiten zu meistern. Die Aktionäre gaben ihm auf der letzten Hauptversammlung sogar Rückendeckung. Auf dem Höhepunkt der Krise läuft er lächelnd durch die Produktionshallen, schüttelt Hände, klopft Schultern, macht Witze mit den anwesenden Journalisten. Die Gelassenheit mag aufgesetzt sein. Doch letztlich ist sie berechtigt. Nach der schwierigen Einigung über ein umfangreiches Sparpaket bei Mercedes setzt sich der Konzernchef auch beim Vorstandsumbau durch - und kann nach einer Gewinnwende der lange kriselnden US-Sparte Chrysler trotz aller Probleme die Jahresprognose 2004 halten.

Fast vergessen sind die turbulenten Tage Ende April 2004, als Wolfgang Bernhard, der designierte Nachfolger von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, überraschend abgesetzt wird und die hohen Verluste bei Mitsubishi Motors beinahe sogar zum Sturz des Konzernchefs Jürgen Schrempp geführt hätten.

Schrempp kämpfte bis zuletzt um sein Lebenswerk. Denn der Top-Manager, dessen Vertrag bis 2008 lief, wollte eigentlich in den nächsten Jahren noch beweisen, dass seine Strategie vom Weltkonzern kein Flop war. Das Team hat er. Die wichtigste Aufgabe kam dabei dem neuen Mercedes-Chef Eckhard Cordes zu, der die Vorzeigesparte schnell wieder zu alter Stärke führen soll. Cordes wurde auch als Nachfolger Schrempps gehandelt.

Im Führungszirkel galt es schon 2004 als ausgemachte Sache, dass der Vorstandschef, der im September 61 Jahre alt wird, seinen Vertrag nicht mehr bis zum Ende im Jahr 2008 erfüllen würde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%