Daimler-Chef
Zetsche prescht beim Gehalt vor

Daimler-Chrysler Vorstandschef Dieter Zetsche gewährt schneller als erwartet Einblick in seine Bezüge. Das ist nur ein Zeichen für die neue Offenheit im Unternehmen.

FRANKFURT. Er zapft während der Autoshow Detroit Seit’ an Seit’ mit Kollegen hinter der Theke Bier. Er steht mit Arbeitern in der Kantine zum Essen an, und als Daimler einen massiven Stellenabbau ankündigt, tritt er selbst als erster Vorstandschef seit Jahrzehnten vor die Betriebsversammlung. Nun steht der 52-jährige Daimler-Chrysler-Chef kurz davor, ein weiteres persönliches Signal für eine neue Offenheit im Autokonzern zu setzen: Nach Informationen aus Konzernkreisen zeichnet sich ab, dass Dieter Zetsche bereits auf dem Anlegertreffen am 12. April dieses Jahres in Berlin den Aktionären Einblick in sein Gehalt gewähren wird.

Bisher hatte Zetsche lediglich angekündigt, auf der Hauptversammlung keinen Antrag zu stellen, die ab dem kommenden Jahr gesetzlich vorgeschriebene individualisierte Offenlegung der Vorstandsgehälter abzulehnen. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Mit der Offenlegung geht Zetsche nun aber weit darüber hinaus und setzt damit ein Zeichen im Unternehmen. Denn das neue Gesetz verpflichtet alle börsennotierten Gesellschaften erst ab dem Geschäftsjahr 2006, Gehälter und Tantiemen der Vorstände offen zu legen. Zetsche gewährt nun freiwillig bereits früher Einblick in seine Bezüge und vollzieht damit eine Kehrtwende gegenüber seinem Vorgänger Jürgen Schrempp. Der hat sich gemeinsam mit Aufsichtsratschef Hilmar Kopper bis zuletzt vehement gegen eine solche Offenlegung gewehrt. Auf dem Aktionärstreffen sollen allerdings nur die Bezüge von Zetsche offen gelegt werden, heißt es. Das Gehalt des übrigen Vorstandes werde erst im kommenden Jahr veröffentlicht.

Nach Einschätzung von Branchenkennern dürfte Zetsche der Schritt auch deshalb leichter fallen, weil der neue Daimler-Vorstandschef ein deutlich geringeres Salär als sein Vorgänger erhalte. Insgesamt verdienten die Daimler-Vorstände 2005 zusammen 34,9 Millionen Euro. Nach Schätzungen von Branchenkennern war Schrempp als Topmanager der Dauerbaustelle Daimler mit einem Gehalt von bis zu neun Millionen Euro nach Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einer der höchst bezahlten Manager in Deutschland.

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