Daimler-Chrysler dementiert Verkaufspläne: Piaggio prüft angeblich Smart-Produktion in Indien

Daimler-Chrysler dementiert Verkaufspläne
Piaggio prüft angeblich Smart-Produktion in Indien

Daimler-Chrysler will die Krisenmarke Smart möglicherweise doch verkaufen. Wie die Branchenzeitung „Automotive News Europe“ berichtet, verhandelt der Konzern derzeit mit dem italienischen Motorradhersteller Piaggio über die Bedingungen für eine Übernahme. Eine Smart-Sprecherin dementierte die Verkaufspläne jedoch ebenso wie Piaggio.

HB TURIN/STUTTGART. Das Blatt erfuhr aus Verhandlungskreisen, dass Europas größter Hersteller von Motorrädern, Rollern und Kleinfahrzeugen ein Übernahmeangebot prüft. Die Investmentbank Goldman Sachs habe im Auftrag von Daimler-Chrysler Kontakt mit dem Piaggio-Eigner IMMSI aufgenommen, „um das Interesse an einer Übernahme abzuschätzen“. Das habe IMMSI bestätigt.

Ein Piaggio-Sprecher wies den Bericht vehement zurück: „Piaggio dementiert auf die kategorischste Art und Weise, dass es sich mit irgendeiner Hypothese beschäftigt, die mit der Akquisition von Smart zu tun hat.“ Der italienische Hersteller der legendären „Vespa“ will im Sommer an die Börse gehen.

Daimler-Chrysler soll Piaggio demnach zu einem „sehr vernünftigen Preis“ die Markenrechte, das Werk im lothringischen Hambach sowie alle Unterlagen und Rechte an geplanten Modellen angeboten haben. Piaggio plant demnach eine Verlagerung der Smart-Produktion von Hambach nach Indien. Über die Bedingungen einer Übernahme werde derzeit mit Daimler-Chrysler verhandelt. Besonderes Interesse sollen die Italiener an den kleinen, emissionsarmen Benzin- und Diesel-Motoren von Smart haben.

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher sagte am Sonntag: „Ein Verkauf von Smart steht nicht auf der Agenda.“ Der neue Vorstandschef des deutsch-amerikanischen Autokonzerns, Dieter Zetsche, hatte vor kurzem eingeräumt, Goldman Sachs habe das Mandat, Angebote für Smart entgegenzunehmen. Daimler-Chrysler gehe es dabei aber um einen Partner und nicht um einen Käufer.

Im April 2005 hatte Daimler-Chrysler eine Stilllegung von Smart geprüft, sich dann aber für die milliardenschwere Sanierung entschieden. Zetsche hat Smart bis Ende 2007 Zeit gegeben, in die schwarzen Zahlen zu kommen, will die Erfolgsaussichten der Sanierung aber laufend prüfen. Seit dem Start 1998 hat Smart Milliardenverluste eingefahren.

„Automotive News Europe“ berichtete weiter, Vorbild für die Übernahme von Smart sei der Verkauf von Rover durch BMW im Jahr 2000. Damals hatte der Käufer einen symbolischen Preis von zehn Pfund gezahlt, BMW hatte ihm zudem 500 Mill. Pfund als Darlehen gegeben. Als weitere denkbare Interessenten für Smart nannte das Blatt die indische Tata Motors und den japanischen Motorrad- und Kleinwagenhersteller Suzuki. Dessen Chairman Osamu Suzuki habe aber ein Interesse an Smart verneint.

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