Daimler-Chrysler erreicht Absatzplus in Krisen-Sparte
Mercedes spürt wieder leichten Aufwind

Die wegen der Sanierung der Kleinwagenmarke Smart tief in die roten Zahlen gerutschte Daimler-Chrysler-Sparte Mercedes Car Group kann einen kleinen Erfolg verbuchen. Dem Luxusauto-Hersteller gelang im April erstmals in diesem Jahr ein leichter Absatzanstieg.

HB FRANKFURT. Mercedes-Benz habe im April 92 400 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Stuttgarter Autobauer am Freitag mit. Insgesamt steigerte die Mercedes Car Group, zu der auch die Luxusmarke Maybach und die Kleinstwagenmarke Smart gehören, die Auslieferungen an Kunden im zweiten Monat in Folge. Analysten sehen bereits eine Wende bei den Auslieferungen von Mercedes in Sicht. „Das ist noch nicht spektakulär, aber es stabilisiert sich“, sagte Georg Stürzer von der Münchener Großbank HVB. Marc-René Tonn vom Bankhaus M.M. Warburg erwartet im Jahresverlauf wegen zahlreich anstehender Modellneuheiten weiter steigende Auslieferungen. Insgesamt lagen die Absatzzahlen von Mercedes-Benz in den ersten vier Monaten mit 318 800 noch 6,5 % hinter dem Vorjahr zurück.

Die Mercedes Car Group lieferte im April 104 900 Fahrzeuge an Kunden aus, das seien zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist, teilte Daimler-Chrysler mit. Von Januar bis April seien damit 366 500 Pkw ausliefert worden, 2,7 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Kleinstwagenmarke Smart steigerte die Auslieferungen auf Grund des Erfolgs des viertürigen Modells „forfour“ im April um knapp zehn Prozent auf 12 500 Einheiten. In den ersten vier Monaten belief sich das Plus sogar auf 33 %.

Daimler teilte mit, die Modelloffensive beginne, Früchte zu tragen. Von dem neuen Kompaktvan, der B-Klasse, lägen vier Wochen vor dem Start in Westeuropa bereits 20 000 Bestellungen vor. Die seit Anfang April in den USA verkaufte geländetaugliche M-Klasse habe bereits wesentlich zu dem guten Abschneiden in Nordamerika beigetragen. Im vergangenen Monat hatten sich die Auslieferungszahlen von Mercedes in den USA stabilisiert, während die Konzernschwester Chrysler weiter deutlich zugelegt hatte.

Hohe Kosten für die Sanierung der Kleinstwagenmarke Smart sowie diverse weitere Belastungen wie eine Rückrufaktion hatten die normalerweise ertragsreichste Pkw-Sparte Mercedes Car Group im ersten Quartal mit 954 Mill. € tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Allein für Smart stellte Daimler-Chrysler in den ersten drei Monaten 800 Mill. € zurück, insgesamt soll die Sanierung bis zu 1,2 Mrd. kosten. Bis 2007 soll der im vergangenen Jahr um nahezu die Hälfte eingebrochene operative Gewinn der Mercedes Car Group mit Hilfe des Sparprogramms „Core“ um mehr als drei Mrd. € steigen.

Die Aktie des deutsch-amerikanischen Autokonzerns baute am Freitag ihre Verluste ab, notierte am Nachmittag mit 31,18 € aber noch 0,7 im Minus. Davor hatte Daimler-Chrysler zeitweise zu den größten Verlierern unter den Autotiteln gehört, die allesamt unter der Herabstufung des Kreditratings der beiden US-Konzern General Motors und Ford litten.

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