Daimler-Chrysler hält an Projekten fest
Mitsubishi lockert Allianz mit Daimler

Der japanische Autohersteller Mitsubishi Motors (MMC) lockert seine Geschäftsbeziehungen zu Daimler-Chrysler. Der deutsch-amerikanische Autobauer hingegen hält an den gemeinsamen Projekten mit dem angeschlagenen Partner fest.

HB TOKIO/STUTTGART. Alle gemeinsamen Projekte, die für beide Seiten ökonomisch sinnvoll seien, würden fortgesetzt, bekräftigten Sprecher beider Unternehmen am Donnerstag die Haltung, auf die man sich nach dem Ausstieg von Daimler-Chrysler aus der Sanierung von MMC im April verständigt hatte. Daimler-Chrysler widersprach nachdrücklich einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai“, wonach Mitsubishi auf eine gemeinsame Plattform mit Chrysler für Mittelklasse-Limousinen verzichten und die bestehende eigene Plattform nutzen wolle. „Die Allianz-Projekte bergen wesentliche Synergien für beide Seiten, und es wäre unsinnig, wenn einer der Partner sie jetzt stoppen würde. Ingenieure arbeiteten seit drei Jahren an der Plattform, auf der ab 2005 oder 2006 der Chrysler Sebring, der Dodge Neon, der Dodge Stratus und der Nachfolger für den Mitsubishi Galant gebaut werden sollen. Zudem seien die Projekte langfristig vertraglich fixiert.

An der Zusammenarbeit bei Kleinwagen will Mitsubishi nichts ändern. Über die Anteilsverhältnisse an NedCar wird allerdings noch verhandelt. Das Werk, in dem der Mitsubishi Colt und der Smart „forfour“ auf einer gemeinsamen Plattform gebaut werden, gehört MMC nach dem Ausstieg seines Ex-Partners Volvo allein. Nach bisherigen Plänen sollte Daimler-Chrysler in diesem Jahr 50 % an NedCar übernehmen. Eine Entscheidung sei für die zweiten Jahreshälfte geplant, sagte ein Smart-Sprecher, die endgültigen Anteilsverhältnisse seien noch offen. Laut „Nihon Keizai“ will Mitsubishi Daimler-Chrysler dazu bewegen, mehr als 50 % zu übernehmen. Der einzige defizitäre Autohersteller Japans fährt einen drastischen Sparkurs, seit Daimler-Chrysler überraschend bei einer Kapitalerhöhung um 3,7 Mrd. € nicht mitzog und seinen Anteil an MMC nach dem Einstieg anderer Investoren auf unter 25 von 37 % verwässern ließ.

Zudem wird Mitsubishi seit Monaten von einem Skandal um die Umgehung offizieller Rückrufaktionen in den Jahren von 1994 bis 2000 gebeutelt. Die Absatzzahlen sind seither eingebrochen. Im Juli verkaufte MMC in Japan 52,2 % weniger Autos als ein Jahr zuvor und fuhr die Produktion um 17,7 % zurück. Die neue Führung von MMC veröffentlichte am Donnerstag Ergebnisse einer Untersuchung der Vorfälle rund um die vertuschten Mängel. In 224 Fällen seien Autos heimlich repariert worden, ohne einen offiziellen Rückruf zu starten, in 31 davon seien die nötigen Konsequenzen bereits gezogen worden. Nur in einem der übrigen 193 Fälle sei ein Rückruf notwendig.

In den vergangenen drei Monaten hätten 4000 Mitarbeiter mehr als 630 000 Dokumente durchforstet, um den Versäumnissen auf die Spur zu kommen. „Wir haben alles begutachtet, was wir konnten“, sagte der neu eingesetzte Ethik-Beauftragte des Konzerns, Koji Furukawa. „Aber es ist schwierig, absolute Sicherheit zu bescheinigen“, fügte er hinzu.

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