Daimler-Chrysler hat Qualitätsprobleme nach eigenen Angaben in den Griff bekommen
Rückrufaktion kostet Mercedes dreistelligen Millionenbetrag

Weltweit wurden seit Mai 680 000 Fahrzeuge der Mercedes E- und SL-Klasse wegen elektronischer Probleme im Bremssystem zurückgerufen, jetzt wurden die Kosten bekannt: Die Rückrufaktion kostet den Autokonzern Daimler-Chrysler einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Die Elektronik sei aber mittlerweile nachhaltig korrigiert worden, erklärt Forschungsvorstand und Pkw-Chefentwickler Thomas Weber.

HB STUTTGART. Der Rückruf von weltweit 680 000 Fahrzeugen der Mercedes E- und SL-Klasse kostet den Autokonzern Daimler-Chrysler nach Informationen aus Branchenkreisen einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Das erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Das Unternehmen wollte die Angaben nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte lediglich, bei jedem Modell gebe es ausreichende Rücklagen für derartige Situationen.

Wegen eines elektronischen Problems in der High-Tech-Bremse SBC hatte Daimler-Chrysler im Mai die Autos in die Werkstätten zurückgerufen, davon 225 000 in Deutschland. Das Bremssystem „Sensotronic Brake Control“ (SBC) wurde zusammen mit Bosch entwickelt.

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Daimler-Chrysler angekündigt, dass die Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) in 2004 den operativen Gewinn des Vorjahres von 3,1 Milliarden Euro nicht erreichen werde. Als Begründung wurden unter anderem hohe finanzielle Vorleistungen in die neuen Modelle und die Ausgaben für die Qualitätsoffensive genannt. In den ersten acht Monaten ging der MCG-Absatz mit 760 300 Autos um 4,7 Prozent zurück. Der scheidende Mercedes-Chef Jürgen Hubbert will die aktuelle Absatzdelle dank der Modelloffensive bis Jahresende jedoch mehr als ausgleichen. 2003 verkaufte die Car Group 1,215 Millionen Fahrzeuge.

Fahrer der Mercedes E-Klasse haben gehäuft mit Elektronikpannen zu kämpfen. Daimler-Chrysler hat nach eigenen Angaben das Übel an der Wurzel gepackt und die Qualitätsprobleme endgültig beseitigt. „Das ist eine konzertierte Aktion, die leider auch Zeit gekostet hat. Aber wir haben die Entwicklung nachhaltig korrigiert“, sagte der Daimler-Chrysler-Forschungsvorstand und Pkw-Chefentwickler der Mercedes Car Group, Thomas Weber.

Einzelne Projekte mit Zulieferern seien beendet worden. Neue Testverfahren und höhere Anforderungen würden nun greifen: „Wir werden das in den entsprechenden Statistiken sehen, dass dieses Fehleraufkommen und diese Probleme, die wir hatten, massiv zurückgehen werden“, sagte Weber

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