Industrie
Daimler-Chrysler-Manager: Sind nicht in Insiderhandel verwickelt

Zwei Daimler-Chrysler-Manager haben energisch bestritten, in einen verbotenen Insiderhandel mit Aktien des Stuttgarter Autokonzerns verwickelt zu sein.

dpa-afx STUTTGART. Zwei Daimler-Chrysler-Manager haben energisch bestritten, in einen verbotenen Insiderhandel mit Aktien des Stuttgarter Autokonzerns verwickelt zu sein. "Ich habe mit den Anschuldigungen nichts zu tun", sagte Vorstandsmitglied Rüdiger Grube mit Blick auf entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Samstag der dpa. Der Kommunikationschef des Unternehmens, Hartmut Schick, sagte zu den Vorwürfen: "Das sind von wem auch immer frei erfundene Verleumdungen, gegen die ich mit allen rechtlichen Mitteln vorgehen werde." Sie hätten in eidesstattlichen Erklärungen ihre Unschuld betont.

Es geht bei den Ermittlungen um mögliche Kursmanipulationen und Insiderhandel mit Daimler-Chrysler-Aktien im Zusammenhang mit der Rücktrittsankündigung von Konzernchef Jürgen Schrempp am 28. Juli. Danach hatte der Kurs um mehr als zehn Prozent zugelegt. Es bestehe der Verdacht, dass der zu erwartende Abgang von Schrempp "bereits im Vorfeld der wertpapierlich vorgeschriebenen ad-hoc-Meldung unberechtigt an Dritte weitergegeben wurde", hieß es in einer Mitteilung der Stuttgarter Staatsanwaltschaft.

Grube versicherte, er habe weder selbst noch über dritte Aktien des Autokonzerns vor der Rücktrittsankündigung von Schrempp gekauft. Er habe zuletzt am 16. Juni 2000 Aktien von Daimler-Chrysler gekauft und am 3. Juli 2001 verkauft - zu dieser Zeit sei er nicht im Konzern beschäftigt gewesen. Schick sagte der dpa: "Ich haben in den letzten 15 Jahren keine einzige Aktie gekauft." Beide bestätigten, dass die Staatsanwaltschaft am vergangenen Donnerstag ihre Wohnungen und Büros durchsucht hatte. Beide Manager haben Anzeige gegen Unbekannt wegen der Verbreitung von Falschaussagen erstattet. Nach Worten eines Konzernsprechers will Daimler-Chrysler weitere rechtliche Schritte einleiten, sobald man Akteneinsicht erhalten habe.

Unterdessen berichten die "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag), Daimler-Chrysler habe die Information über den Rücktritt von Konzernchef Schrempp möglicherweise weit früher veröffentlichen müssen als bisher bekannt. In einem Schreiben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft heiße es, die internen Informationen über Schrempps Rücktritt hätten sich bereits bis zu fünf Wochen vor der Bekanntgabe "verdichtet".

Damit gingen die Strafverfolger davon aus, dass der Konzern bis zu fünf Wochen lang über eine Insiderinformation verfügt habe, ohne sie zu veröffentlichen. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz seien solche Informationen in der Regel unverzüglich öffentlich bekannt zu geben, wenn das nicht dem Schutz der "berechtigten Interessen" des Unternehmens entgegen stehe, heißt es in dem Blatt. Ein Konzernsprecher wollte sich zu dem Bericht mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

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