Daimler-Chrysler streicht Finanzhilfen
Schrempp lässt Mitsubishi fallen

Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler hat die Notbremse gezogen. Dem angeschlagenen japanischen Partner Mitsubishi Motors (MMC) wird kein weiteres Kapital für die Sanierung zur Verfügung gestellt. Das bedeutet allerdings auch einen herben Rückschlag für Konzernchef Jürgen Schrempp. "Sein Stuhl ist angesägt", kommentierte ein Analyst.

HB STUTTGART. Mit dem Rückzug stellt Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp zum ersten Mal seine Strategie der „Welt-AG“ in Frage. Anleger nahmen die Entscheidung mit Begeisterung auf und sorgten am Freitag mit massiven Käufen für einen Kurssprung der Aktie um mehr als acht Prozent.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Wir haben alles versucht“, sagte Daimler-Chrysler-Finanzvorstand Manfred Gentz in einer Telefonkonferenz. In einer mehr als fünf Stunden dauernden Sitzung hatten Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, sich an einer geplanten milliardenschweren Kapitalerhöhung bei Mitsubishi Motors nicht zu beteiligen. „Wir müssen nun unsere Asien-Strategie überdenken“, räumte Gentz ein. Schrempp selbst äußerte sich nicht.

Die Zusammenarbeit mit Mitsubishi solle auf Projektbasis fortgesetzt werden, sagte Gentz. Einen Verkauf der Beteiligung von 37 % schloss er nicht aus. An der Überlebensfähigkeit des japanischen Autobauers zweifele er nicht. Die Aktionäre aus der Mitsubishi-Gruppe, die zusammen 26 % an MMC halten, wollen jetzt binnen eines Monats aus eigener Kraft einen neuen Rettungsplan ausarbeiten.

Das Schicksal der Beteiligung an Mitsubishi hänge von der weiteren Entwicklung in Japan ab, sagte Gentz. Die finanziellen Folgen für den Stuttgarter Konzern seien begrenzt, die Ertragsziele für 2004 nicht gefährdet. Eine Abschreibung auf die Beteiligung hält der Finanzvorstand nicht für notwendig. Daimler-Chrysler hatte vor dreieinhalb Jahren über 2,2 Mrd. € für die Anteile bezahlt, um sich den asiatischen Markt zu erschließen.

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