Daimler-Chrysler-Tochter
MTU wird wohl schwedisch

Mehrere Monate dauert der Bieterwettkampf um den Motorenbauer MTU Friedrischshafen nun schon an. Jetzt kristallisiert sich ein Käufer für die Daimler-Chrysler-Tochter heraus. Das Geschäft ist laut Kennern so gut wie perfekt.

HB FRANKFURT. „EQT ist sehr kurz davor, den Zuschlag zu erhalten“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. Eine definitive Entscheidung für den schwedischen Finanzinvestor gebe es aber noch nicht; die Gespräche dauerten an. „Es gibt keine Unterschrift. Aber wenn sich nichts dramatisch verändert, dürfte EQT den Deal in der Tasche haben.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FASZ) hatte am Samstag unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise vorab berichtet, das Private-Equity-Haus der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg habe den Zuschlag bereits erhalten. Keine Chance mehr hätten demnach die beiden anderen Bieter, der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und der Münchener Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein EQT-Sprecher wollte sich ebenfalls nicht äußern.

Der Zuschlag käme nicht überraschend - Reuters hatte bereits vergangene Woche aus Finanzkreisen erfahren, dass EQT im Milliardenpoker um den traditionsreichen Hersteller von Groß-Dieselmotoren die Nase vorn habe. Zuletzt habe Daimler-Chrysler mit EQT exklusiv verhandelt, hieß es.

MTU Friedrichshafen stellt Dieselmotoren für Kraftwerke, Schiffe oder auch Panzer her. Daimler-Chrysler trennt sich von dem Unternehmen, um sich auf das Autogeschäft zu konzentrieren. KKR hatte Daimler 2003 bereits den Münchener Triebwerkshersteller MTU Aero Engines abgekauft und diesen im laufenden Jahr an die Börse gebracht.

Ginge es nach der Belegschaft von MTU Friedrichshafen, wäre die Entscheidung klar. „MAN ist ganz klar unser Wunschkandidat“, hatte MTU-Betriebsratssprecher Manfred Frank gesagt. Langfristig böten die Münchener die beste Perspektive, zudem würden dem Unternehmen - anders als bei einem Kauf durch Finanzinvestoren - keine Zinslasten aufgebürdet. Sollte sich Daimler-Chrysler aber für eines der beiden Private-Equity-Unternehmen entscheiden, sei EQT „das kleinere Übel“. KKR habe kein klares Konzept für MTU. Eine mit der Situation vertraute Person hatte zuletzt gesagt, MAN habe kaum noch Chancen auf einen Zuschlag.

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