Daimler-Chrysler treibt Flexibilisierung voran
Nutzfahrzeugbranche beugt Abschwung vor

Die Nutzfahrzeugkonjunktur scheint in diesem Jahr auf einen Höhepunkt zuzusteuern. Weltmarktführer Daimler-Chrysler geht Jahr angesichts der guten Auftragslage von einem „weiteren guten Nutzfahrzeugjahr aus“, was Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler bei einer Technikpräsentation in Papenburg bekräftigte. Renschler nimmt aber an, dass die weltweite Nachfrage im kommenden Jahr nachlassen wird – ein richtiger Abschwung sei das aber nicht.

mwb STUTTGART. Im ersten Halbjahr hatten die Stuttgarter das Ergebnis um 68 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro gesteigert. Der Umsatz der Sparte stieg im Vergleich zur Vorjahreshälfte um 23 Prozent auf 19 Mrd. Euro. Neben der Ausgleichszahlung vom japanischen Gemeinschaftsunternehmen Mitsubishi Fuso über 276 Mill. Euro waren erste Erfolge der Effizienzprogramme Hauptgrund für die kräftige Gewinnsteigerung.

Wegen der erwarteten Nachfrageabschwächung will der neue Nutzfahrzeugchef die Sparte eng am Zügel führen, um sie gegen den nächsten Abschwung zu sichern. Im Fokus stehe die Senkung von Material- und Fixkosten sowie die Optimierung der weltweiten Prozesse und eine weitere Flexibilisierung in den Werken. Daimler-Chrysler ist zwar der weltgrößte Hersteller, es gelingt ihm aber nicht, seine Größenvorteile gegenüber Konkurrenten wie Scania und Volvo in eine entsprechender Rendite umsetzen.

Auch bei anderen Herstellern mehren sich die Zeichen, dass der Höhepunkt der Konjunktur erreicht ist. Volvo konnte zuletzt im Halbjahresergebnis Umsatz und Gewinn ebenfalls kräftig steigern. Doch der Auftragseingang ging bereits kräftig in die Knie. Bei MAN drängt Nutzfahrzeugchef Anton Weinmann auf eine Reduzierung der Personalkosten. Den Nachteil bei den Kosten gegenüber Konkurrenten wie Scania von 20 Prozent hält er für nicht tragbar. Konzernintern Druck machen die Münchener mit einem neuen Werk bei Krakau.

MAN musste bei den LKW einen Rückgang beim Auftragseingang im zweiten Quartal von zwei Prozent hinnehmen. Doch Dank eines Großauftrages der britischen Armee im ersten Quartal sitzen die Münchener auf einem gewaltigen Auftragspolster. „2006 rechnen wir noch mit einer stabilen Nachfrage“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Nach einer Steigerung des Absatzes von 8,5 Prozent in Westeuropa im vergangenen Jahr scheint die Luft für die Hersteller langsam dünner zu werden. Spätestens 2007, so rechnen viele Branchenexperten, wird der Verkauf bei den europäischen Nutzfahrzeugherstellern zurückgehen. „Das zyklische Muster spricht für ein Ende des Booms“, sagt Albrecht Denninghoff, Branchenexperte der Hypo-Vereinsbank.

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