Daimler-Chrysler-Vorstand entlastet
Aktionäre stehen trotz Kritik hinter Schrempp

Wegen des schwachen Aktienkurses und der Qualitätsprobleme der Nobelmarke Mercedes-Benz ist der Daimler-Chrysler-Chef unter scharfen Beschuss der Aktionäre geraten. Letztlich standen sie aber doch zu ihm: Vorstand und Aufsichtsrat sind am Mittwochabend auf der Hauptversammlung in Berlin mit großer Mehrheit entlastet worden.

HB BERLIN. Die beiden Gremien erhielten dabei sogar mehr Stimmen als im Vorjahr. Der Vorstand wurde mit 94,59 % entlastet. 2004 waren es nur 88,49 %. Den Aufsichtsrat entlasteten die Aktionäre mit 94,38 %. Im Jahr davor waren es 87,28 %. Die Aktionärsversammlung beschloss außerdem die Zahlung einer unveränderten Dividende von 1,50 € je Aktie. Die Präsenz betrug 37,84 % des Aktienkapitals.

Im Vorjahr hatten die Aktionäre dem Management noch einen Denkzettel erteilt: Die Ja-Stimmen für die Entlastung waren um rund zehn Prozentpunkte zurückgegangen. 2004 hatten sich einige der großen Fonds-Gesellschaften wegen ihrer Unzufriedenheit mit der Strategie von Vorstandschef Jürgen Schrempp und der schwachen Entwicklung des Aktienkurses nicht zu einer Entlastung durchringen können.

Auch dieses Jahr war allerdings die Kritik an der Führung des Konzerns groß: Unter Schrempp sei die Vision eines weltweit präsenten Autobauers zerstört und die Marke Mercedes-Benz, deren Absatzschwäche auch im März anhielt, an die Wand gefahren worden, kritisierten institutionelle Anleger und Kleinanleger gleichermaßen am Mittwoch in Berlin.

Der seit zehn Jahren an der Spitze des Stuttgarter Automobilkonzerns stehende Schrempp räumte eine unbefriedigende Entwicklung des Aktienkurses ein und versprach den Aktionären eine höhere Profitabilität in den kommenden Jahren. Trotz der Kritik an Vorstand und Aufsichtsrat wurden die Führungsgremien mit einer deutlicheren Mehrheit als im Vorjahr von je rund knapp 95 % entlastet. Großaktionäre bei Daimler-Chrysler sind die Deutsche Bank, das Emirat Kuwait und das Emirat Dubai mit zusammen rund 20 %.

Im Trend mit dem Deutschen Aktienindex (Dax) schlossen die Daimler-Chrysler-Aktien mit 0,2 % ins Plus bei 34,59 €. Seit der Fusion von Daimler-Benz mit dem US-Autobauer Chrysler vor sieben Jahren hat sich der Aktienkurs rund halbiert.

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