Daimler-Chrysler Vorstandschef sagt vor US-Bezirksgericht aus - Kerkorians Betrugsvorwurf zurückgewiesen
Schrempp: „Habe niemanden betrogen"

Im Schadensersatzprozess gegen Daimler-Chrysler in den USA hat Vorstandschef Jürgen Schrempp den Vorwurf des Betrugs vehement zurückgewiesen. Es habe nie geheime Pläne zur Übernahme des US-Autokonzerns gegeben, sagte Schrempp am Dienstag vor dem Bezirksgericht in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen sei eindeutig eine Fusion gleichberechtigter Partner gewesen.

WILMINGTON. Mit der Aussage Schrempp hat der Prozess einen weiteren Höhepunkt erreicht. Knapp und klar verneinte der auf seine Zeugenaussage intensiv vorbereitete Schrempp die einleitenden Fragen seines Anwalts. War die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler 1998 eine getarnte Übernahme? „Nein!“ Wollte er die US-Investmentgesellschaft Tracinda von Kläger Kirk Kerkorian betrügen? „Nein!“ Wollte er Chrysler in Wirklichkeit übernehmen? „Nein!“. Dies war der fulminante Start des mit großer Spannung erwarteten Auftritts von Schrempp im Bezirksgericht von US-Bundesstaat Delaware in Wilmington.

Nachdem Kläger Kerkorian und weitere Zeugen vergangene Woche ausgesagt hatten, erhielt nun Schrempp ausführlich Gelegenheit, sich und seine Argumente ins beste Licht zu rücken. Sein Anwalt Tom Allingham spielte ihm dafür geschickt die Bälle zu. So versuchte der gelernte Automechaniker das Gericht mit der Beschreibung seines Werdegangs über den zweiten Bildungsweg zu beeindrucken. Auf Bitten seines Anwalts sprach er außerdem etliche Auszeichnungen an, wie beispielsweise den von Nelson Mandela überreichten Orden für seine Verdienste im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika, wo er lange Jahre für Daimler-Benz gearbeitet hatte.

Auch mit der Tatsache, dass Schrempp in Englisch aussagte, wollte das Daimler-Chrysler-Team punkten. Warum er das denn tue, fragte der Anwalt gespielt ahnungslos, wo er in seiner Muttersprache doch sicherlich viel sicherer formuliere? „Ich möchte direkt mit dem Gericht kommunizieren“, sagte Schrempp mit starkem deutschen Akzent und drehte sich dabei zu Richter Joseph Farnan um. Dabei seien ihm Fremdsprachen nie leicht gefallen, gab der gebürtige Freiburger zu. Den Richter schien das wenig zu kümmern. Er verzog kaum eine Miene, Fragen an den Zeugen hatte er nicht.

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