Daimler-Chrysler: Zetsche ist der Berater überdrüssig

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Zetsche ist der Berater überdrüssig

Schlechte Zeiten für McKinsey und Co.: Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche will den Einfluss von Unternehmensberatern auf sein Unternehmen deutlich reduzieren und damit die Kosten senken. Aus dem gleichen Grund will der Konzernführer die Produktionsabläufe revolutionieren.

HB DETROIT. Zetsche sagte der „Wirtschaftswoche“ auf der Detroit Motor Show, beim Einsatz von Unternehmensberatern wolle er künftig "eher restriktiv als offensiv" vorgehen. „Wenn Sie meinen bisherigen Werdegang verfolgt haben, dann werden Sie feststellen, dass ich weder bei Freightliner noch bei Chrysler in irgendeiner Form Berater involviert habe. Die eigentliche Entwicklung eines Unternehmens ist für mich die originäre Aufgabe des Managements.“ Für einige Berater könnten damit schwerere Zeiten anbrechen, da die Honorare für sie laut Zetsche einen „erheblichen Teil“ der Ausgaben ausmachen.

Außerdem will Zetsche die Produktionsabläufe bei Daimler-Chrysler so ändern lassen, dass verschiedene Modellvarianten und -generationen künftig auf einer Montagestraße gefertigt werden können. Zetsche sagte, bereits die Produktion der nächsten Generation der C-Klasse, die 2007 kommt, sei darauf ausgelegt, mehrere Modelle auf einem Band zu bauen. Denkbar sei es auch, Modellvarianten eines Autos nur noch an einem Standort zu produzieren.

Der „Zeit“ sagte Zetsche auf der Automesse, er wolle nicht ausschließen, dass einer der Daimler-Chrysler-Konkurrenzen General Motors (GM) oder Ford in ein Insolvenzverfahren gezwungen wird. „Ich glaube nicht, dass einer von den beiden das ernsthaft in Erwägung zieht“, sagt Zetsche. Der Schaden für das Verbrauchervertrauen sei dafür in der Automobilbranche zu groß, und die Ersparnisse blieben zu unsicher. Jedoch: „Ob dies für einen der Spieler unvermeidbar eintreten kann, ist eine andere Frage.“

Zuletzt hatten sich die Anzeichen dafür verdichtet, vor allem der nach Stückzahl weltgrößte Automobilkonzern GM könnte zu einem Schritt in den Gläubigerschutz nach dem amerikanischen Chapter 11 gezwungen werden - oder diesen Schritt gar freiwillig tun. Unter Chapter 11 können Tarifverträge mit den Gewerkschaften neu verhandelt sowie drückende Pensionslasten abgestoßen werden.

GM und Ford haben zwar derzeit noch jeweils rund 20 Milliarden Dollar Liquiditätsreserven. Zetsche findet dieses Argument nicht stichhaltig: „Der Cash-Burn kann unglaublich schnell sein“, sagte er in Detroit. Die Geldreserven könnten dann bald aufgebraucht sein.

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