Daimler-Chrysler
Zetsche will wohl auf die billige Art entlassen

Hatte Dieter Zetsche für die erste Entlasswelle noch tief in die Tasche gegriffen, will der Daimler-Chef die zweite offenbar ohne ein milliardenschweres Abfindungsprogramm über die Bühne bringen. Doch es gibt Zweifel, dass das so einfach klappt.

HB STUTTGART. „Zetsche will das über Fluktuation regeln“, sagte eine mit dem Thema vertraute am Dienstag. Abfindungen sollten dabei nicht gezahlt werden. „Mehr Geld als die 950 Mill. Euro mache ich nicht locker“, habe Zetsche auf der jüngsten Aufsichtsratssitzung gesagt. Das Aufsichtsgremium hatte am Freitag die Personalplanung bis Ende des Jahres 2008 gebilligt, wonach die Belegschaft bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland um rund 16 500 Stellen sinken soll.

Neben dem bereits Anfang Herbst beschlossenen Personalabbau bei Produktion und Management von Mercedes-Benz um 8500 Posten bis Herbst 2006 will der Konzern nun noch mal 6000 Stellen bei Pkws und 2000 bei Nutzfahrzeugen streichen. Für den bereits laufenden Personalabbau hat DaimlerChrysler wegen des vereinbarten Kündigungsschutzes Abfindungszahlungen in Höhe von rund 950 Mill. Euro veranschlagt.

Die Arbeitnehmervertreter hatten auf der Aufsichtsratsitzung der mittelfristigen Personalplanung für die kommenden drei Jahre widersprochen. Die natürliche Fluktuation und die Nichtbesetzung der freiwerdenden Stellen sowie die Kündigung von befristet Beschäftigten reiche ihrer Meinung nicht aus, um die Planziele zu erreichen, sagte die Person „Die Arbeitnehmervertreter haben deshalb ein weiteres Abfindungspaket verlangt“, hieß es. Dies habe der Vorstand abgelehnt.

Für rund 147 000 in Deutschland Beschäftigte der Daimler-Chrysler gilt seit Sommer 2004 ein Beschäftigungspakt, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2011 ausschließt. Von den Beschäftigten der Mercedes-Gruppe genießen alle Mitarbeiter mit Ausnahme der Tochter Smart Kündigungsschutz, bei der Nutzfahrzeugsparte ist die Bussparte Evo-Bus von der Vereinbarung ausgenommen.

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