Daimler: Der Stern im Zeichen der Hoffnung

Daimler
Der Stern im Zeichen der Hoffnung

Daimlers Gewinn schrumpft. Doch mit einem Sparprogramm und neuen Modellen will der Autobauer 2013 den Abstand auf die Premiumkonkurrenz verkürzen. Im Konzern regiert das „Prinzip Hoffnung“.
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Düsseldorf/StuttgartDie Situation bei Daimler ist paradox: Einerseits haben die Schwaben im vergangenen Jahr weltweit zwar so viele Pkw, Lkw, Transporter und Omnibusse wie noch nie - und damit den Umsatz um sieben Prozent auf 114,3 Milliarden Euro gesteigert. Andererseits schneidet Daimler im Ergebis schlechter ab. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern liegt mit 8,6 Milliarden Euro rund zwei Prozent niedriger als im Vorjahr. Und dass der Gewinn liegt mit 6,5 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert liegt, ist in erster Linie dem Verkauf des 7,5-Prozent-Anteils am Luft- und Rüstungskonzern EADS für 709 Millionen Euro geschuldet.

Daimler-Chef Dieter Zetsche gibt sich angesichts der bescheidenen Zahlen selbstkritisch: „Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial“.

Von Angriffslust ist allerdings wenig zu spüren. Wieder einmal stimmt Zetsche die Anleger auf ein „Übergangsjahr“ ein - und will erst im nächsten Jahr zur Attacke blasen. "Wir sind zuversichtlich, ab 2014 unsere relative Position voranbringen zu können", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Im Dreikampf der Premiumautobauer droht Daimler den Anschluss zu verlieren. Schließlich soll Mercedes schon 2018 wieder zur Nummer eins in der Premiumklasse werden. Das Jahr werde sich nicht das Zieljahr, das sich Zetsche vorgestellt habe, sagt auch Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der FHDW Bergisch-Gladbach. „Man muss aber 2013 zumindest erkennen, dass man der Konkurrenz wieder näherkommt, sonst wird es 2014 auch nicht besser.“

Die Marke mit dem Stern krankt an Fehlentscheidungen in der Modellentwicklung, Vertriebsproblemen im Boommarkt China und Fehlplanungen im Budget, was Investoren immer tiefere Sorgenfalten bereitet. Denn der Aktienkurs liegt in etwa auf dem Niveau von vor sieben Jahren, als der frühere Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf den Posten des Daimler-Konzernchefs - und in Personalunion auch auf den Chefsessel bei Mercedes-Benz - wechselte.

Trotz der Investitionen im Jahr 2012 sei man bei Ergebnis und Rentabilität dem eigenen Anspruch noch nicht gerecht geworden, gibt auch Zetsche unumwunden zu. Insbesondere in der Autosparte lag Daimler auch 2012 mit 7,1 Prozent deutlich unter den Werten der Konkurrenz. „Damit unser zukünftiges Wachstum noch profitabler ist, haben wir in allen Geschäftsfeldern konkrete Maßnahmen ergriffen, um unsere Effizienz weiter zu steigern.“ Mit einem insgesamt gut drei Milliarden Euro schweren Sparprogramm - zwei Milliarden Euro bei den Pkw und gut eine Milliarde in der Lkw-Sparte - will Daimler gegensteuern und bis Ende nächsten Jahres auf deutlich niedrigere Kosten kommen.

Kommentare zu " Daimler: Der Stern im Zeichen der Hoffnung"

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  • Ein ordentliches Ergebnis für Zetsche, der geschäftliches
    und privates Glück erlebt; das geschäftliche allerdings
    durch den EADS Teilverkauf um 709 Millionen Euro poliert.
    Vertragsverlängerung bis 2018 ist auch Teil des privaten
    Glücks, der andere Teil ist ja Privatsache.
    Was schwer zu erkennen ist. Wann scheidet denn eigentlich
    der AR-Vorsitzende, das Daimler Urgestein, Manfred Bischoff
    aus dem Aufsichtsrat aus? Ja, logo....wenn der restliche
    Teil (nochmals 7,5 Prozent von EADS) in 2013 in die Bücher
    und somit in die Ergebnisse übernommen wurde. Nur, die
    Frage ist halt die, ob man zuvor die Vorstandsverträge
    so exorbitant lang (Zetsche!) verlängern muss und dann
    den neuen AR-Chef als Bischoff Nachfolger (dreimal darf geraten werden!) so einengt; aber die alte "Boy-Group" war
    immer schon im Bilde, das galt bei den Aktien-Opitonen mit den Millionengewinnen pro Vorstand und ihrer Ebene eins der Führungskräfte (es sei ihnen alle gegönnt), als es galt, sich zubedienen. Warum nicht; das Geld ist ja aktuell so billig und die Aktionäre sind ja, wie einst ein Banker skizzierte -nein ich sage es nicht- seelengute Menschen.

  • Das wird nichts. Nicht mit dem Manager und nicht mit dem "Designer" und schon gar nicht mit der Qualität bei diesen Preisen. Wenn die Daimlers noch weiter einsparen wollen, wird die Qualität noch lausiger, d.h. der Abstand vergrößert sich nochmals. Man zweifelt am Verstand des Vorstands, der diesem Nichtskönnerduo Zetsche und Wagener zu allem Überfluss noch für weitere 5 Jahre Absolution erteilt hat.

  • Hmmm, das alles klingt doch sehr so, wie es noch die Herren von PORSCHEN vpor Jahren verkündet haben.

    Und heute sitzen sie unter dem Dach der Volkswagen-AG.

    Ist eh nur ne Frage der Zeit, bis Mercedes-Auto zu VW gehört.

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