Daimler führt Gespräche mit MAN - Zulieferer Mahle zählt zu den Interessenten
MTU Friedrichshafen soll noch in diesem Jahr verkauft werden

Der Autokonzern Daimler-Chrysler will nach Informationen aus Unternehmenskreisen noch im Laufe dieses Jahres den geplanten Verkauf seiner Dieselmotoren-Tochter MTU Friedrichshafen unter Dach und Fach bringen. "Wir sind mit mehreren Unternehmen in Verhandlungen", sagte Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler in Berlin. In Finanzkreisen heißt es, derzeit laufe alles auf eine Übernahme durch den Mischkonzern MAN hinaus.

HB hz/rob BERLIN. Neben den Münchenern steht nach übereinstimmenden Informationen aus Finanz- und Unternehmenskreisen auch der Stuttgarter Zulieferer Mahle auf der Interessentenliste für die Daimler-Tochter. Der Kolbenhersteller dementierte allerdings entsprechende Absichten. Auch ausländische Adressen wie der US-Konzern General Electric (GE) werden als mögliche MTU-Käufer gehandelt.

In Finanzkreisen gilt MAN auch deshalb als absoluter Favorit, weil Daimler-Vorstand und Unterhändler Rüdiger Grube mit den Münchenern bereits konkrete Gespräche aufgenommen hat. Ein Verkauf an einen industriellen Partner gilt auch als Wunschlösung der beiden Gründerfamilien Maybach und Zeppelin. Sie halten zusammen zwar nur rund zwölf Prozent der Anteile, bei wichtigen Entscheidungen wie einem Verkauf besitzen sie aber ein Vetorecht. Interessierte Finanzinvestoren wie Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) sind damit aus dem Rennen. Ein offizielles Bieterverfahren werde erst in der zweiten Jahreshälfte eröffnet, hieß es aus verhandlungsnahen Kreisen.

MTU Friedrichshafen stellt neben großen Motoren für schwere LKWs und Baufahrzeuge Dieselantriebe für Schiffe und Lokomotiven her. Erst vor wenigen Tagen hatte der neue MAN-Chef Hakan Samuelsson, der das Unternehmen seit diesem Jahr führt, Gespräche mit Daimler-Chrysler über den Kauf von MTU bestätigt. Die Firma passe sehr gut in das Programm von MAN. Den in Medienberichten genannten Kaufpreis von 1,5 Mrd. Euro werde MAN nicht zahlen, stellte das Unternehmen jedoch klar.

Der Wert von MTU Friedrichshafen wird in Finanzkreisen auf mindestens eine Mrd. Euro geschätzt. Im Jahr 2004 hatte das Unternehmen mit etwa 6 700 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro erzielt. MAN würde mit einer Übernahme der Daimler-Tochter seine eigene Dieselmotorensparte ergänzen, da MTU Friedrichshafen bei kleineren Motoren für Schiffe, Schwerfahrzeuge und Lokomotiven stärker ist.

Der Autokonzern Daimler würde mit dem Verkauf des Dieselmotorenbauers einen weiteren Schritt in Richtung Konzentration auf das Autogeschäft gehen. Erst unlängst hatten die Stuttgarter die Flugzeug-Leasingfirma Debis Air-Finance an den US-Finanzinvestor Cerberus Capital verkauft.

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