Daimler gegen BMW Absatz steigt – Mercedes fährt gut im Gelände

Mercedes will in diesem Jahr beim Autoabsatz endlich wieder an BMW vorbeiziehen. Vertriebschef Ola Källenius sieht sich dabei klar auf Erfolgskurs. Doch nicht alle Märkte der Stuttgarter wachsen.
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Mit einem Zuwachs von 40 Prozent sind die SUVs das am schnellsten wachsende Segment von Mercedes. Quelle: dpa
Mercedes GLC Coupe

Mit einem Zuwachs von 40 Prozent sind die SUVs das am schnellsten wachsende Segment von Mercedes.

(Foto: dpa)

Hamburg2016 soll für Mercedes ein besonderes werden. Erstmals seit zwölf Jahren wollen die Stuttgarter wieder mehr Autos verkaufen als der Rivale BMW. Den jüngsten Absatzzahlen zu Folge dürfte Vertriebschef Ola Källenius dieser Erfolg kaum noch zu nehmen sein.

„Per Ende August liegen wir ziemlich deutlich in Führung“, sagte Ola Källenius. Denn auch im August legte die Daimler-Marke ordentlich zu: Weltweit verkauften die Stuttgarter 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn hat Mercedes seinen Absatz einschließlich der Kleinwagenmarke Smart um mehr als 12 Prozent gesteigert. Zwar liegen die August-Zahlen aus München noch nicht vor. Im Juli hatte BMW jedoch ein Plus von vier Prozent gemeldet, aufs Jahr gerechnet liegt BMW mit 5,5 Prozent über dem Vorjahr.

Die Zuwächse erreichte Mercedes vor allem in Europa und China, wo die Stuttgarter um 25 Prozent zulegen konnten. In den USA hingegen stagnieren die Absätze, in Brasilien gehen die Verkäufe weiter zurück. In Russland sieht Källenius mittlerweile den Boden erreicht, nachdem die Geschäfte im Zuge der Sanktionen stark eingebrochen sind. Die Dieselaffäre lässt die Verbraucher weiter kalt: Nach wie vor verkauft Mercedes in Europa mehr als die Hälfte seiner Autos mit Selbstzünder.

Schräg und schnell
Mercedes-AMG GLC 43 4matic Coupé
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Nach der Performance-Version des GLC im Frühjahr bringt Mercedes-AMG im Dezember auch eine leistungsgesteigerte Variante des Coupé-Ablegers auf den Markt. Das GLC 43 4matic Coupé wird ebenfalls vom Sechszylinder-Biturbomotor mit 3,0 Liter Hubraum und 270 kW/367 PS angetrieben, das maximale Drehmoment liegt bei 520 Newtonmetern.

Sportfahrwerk für mehr Agilität
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Wie das Mittelklasse-SUV absolviert auch die Version mit dem schräg abfallenden Heck den Sprint auf Tempo 100 km/h in 4,9 Sekunden, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Mit verkürzten Schaltzeiten ist die 9-Gang-Automatik speziell auf das Sportmodell abgestimmt. Für mehr Agilität sollen zudem das auf Basis der Luftfederung eigenständig entwickelte Sportfahrwerk, der heckbetonte Allradantrieb und die Sportlenkung beitragen.

Hochglanzschwarz lackiert
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Vor allem an Front und Heck haben AMG-Designer die Optik angepasst, unter anderem mit neuer Frontschürze und –Splitter, verchromten Endrohrblenden, neuer Heckschürze und diversen Details in hochglanzschwarz und Silberchrom. Das SUV-Coupé steht auf hochglanzschwarz lackierten und glanzgedrehten 19-Zoll-Leichtmetallrädern.

Schwarz-roter Innenraum
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Im Innenraum dominiert die Farbkombi schwarz-rot, ergänzt mit Zierleisten in Aluminium.

Premiere auf dem Pariser Autosalon
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Seine Premiere hat das GLC 43 4matic Coupé auf dem Pariser Autosalon Ende September. Einen Preis kommuniziert Mercedes-AMG noch nicht. Der GLC 43 4matic kostet mindestens 61.761 Euro. Legt man den regulären Preisabstand zwischen GLC und GLC Coupé zugrunde, könnte die stärkste Ausführung des GLC Coupé etwa 66.000 Euro kosten.

Die Stuttgarter profitieren von ihren neuen Modellen, vor allem von den Geländewagen GLA und GLC. Mit einem Zuwachs von 40 Prozent seien die SUVs das am schnellsten wachsende Segment, sagte Källenius. Zudem schiebt die im Frühjahr eingeführte neue E-Klasse das Geschäft weiter an.

Mitte September kommt das T-Modell hinzu – die Kombis bestreiten in Deutschland die Hälfte des Absatzes. Das T-Modell dürfte im vierten Quartal noch einmal für einen Absatzschub sorgen, rechnet Källenius.

Ganz großes Tennis
Natürlich ist es immer nur eine Frage der Zeit, bis Mercedes nach einer neuen Limousine auch die dazugehörige Kombi-Version vorstellt.
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Im Fall der aktuellen Baureihe der E-Klasse hat das rund ein halbes Jahr gedauert: Mitte Januar zeigten die Stuttgarter auf der Automesse in Detroit zum ersten Mal die Limousine – in Märkten wie den USA sind neben SUV in sämtlichen Größen vor allem noch klassische Limousinen gefragt.

Hierzulande ist das anders, hier stehen die praktischen Kombis mit sparsamen Dieselmotor im Fokus der Dienstwagen-Fahrer. Kein Wunder also, dass Mercedes das E-Klasse T-Modell, wie die Kombis bei Daimler heißen, in Deutschland vorgestellt hat. Und das nicht auf einer Messe, sondern am Rande eines Tennis-Turniers ...

Die passende Klientel war bei der Premiere des Luxus-Lasters also gleich anwesend.
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In der PR-Prosa von Mercedes klingt das dann so: "Dynamisch wie die Tennis-Profis und geräumig wie der Centre Court gibt die sechste Modellgeneration ihr Debüt." Solche gewollten Bezüge hat der Kombi eigentlich gar nicht nötig, denn zumindest auf dem Papier überzeugen die Fakten.

Bei der Technik greift der Kombi auf die bekannten Technologien der Limousine zurück.
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Zum Marktstart stehen die Modelle E 200 mit Vierzylinder-Benzinmotor (184 PS) und E 220 d (194 PS) mit dem völlig neu entwickelten Vierzylinder-Dieselmotor sowie der E 250 mit (211 PS) zur Verfügung.

Alle Modelle sind bei der Markteinführung mit dem neuen Neungang-Automatikgetriebe ausgerüstet.
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Im vierten Quartal 2016 folgen der E 200 d mit (150 PS), der E 350 d mit Sechszylinder-Diesel sowie der E 400, dessen Sechszylinder-Benzinmotor 333 PS leistet.

Blick in den Innenraum
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Das T-Modell verfügt über alle Innovationen der neuen E-Klasse, die Mercedes im Januar als „intelligenteste Business-Limousine der Welt“ gefeiert hatte. Neben den beiden riesigen Displays verfügt die E-Klasse unter anderem über eine neuartige Bedienmöglichkeit mit Touchpads am Lenkrad und einen teilautonomen Fahrassistenten.

Blick in den Innenraum
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Auf der Rückbank gibt es für die Passagiere etwas mehr Kopffreiheit, da die Dachlinie nicht wie bei der Limousine abfällt. Neu ist die serienmäßige Cargo-Funktion der Rücksitzbank: Die Lehne kann um rund 10 Grad steiler gestellt werden. Das sorgt für ein zusätzliches Ladevolumen von 30 Litern bei weiterhin voller Nutzbarkeit als Fünfsitzer.

Blick in den Innenraum
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Darüber hinaus lässt sich die Rücksitzlehne ebenfalls serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 teilen, was viele Möglichkeiten der individuellen Aufteilung zwischen Transportkapazität und Sitzplätzen schafft. Mit Schaltern im Laderaum sowie rechts und links neben den Sitzlehnen lassen sich diese elektrisch entriegeln.

Die Marktführerschaft im Premiumsegment zurückzuerobern ist das erklärte Ziel von Daimler-Chef Dieter Zetsche und Vertriebschef Källenius. Es geht vor allem um das Prestige. 2011 rutschte Mercedes gar auf Platz drei, als auch Audi mehr Autos verkaufte als Mercedes.

Während Audi wieder eingeholt ist, will sich BMW bislang mit dem zweiten Platz nicht abfinden. „Abgerechnet wird zum Schluss“, sagte BMW-Chef Harald Krüger zuletzt. Die Münchener feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Firmenjubiläum und wollen sich die Party von Mercedes nicht vermiesen lassen.

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4 Kommentare zu "Daimler gegen BMW: Absatz steigt – Mercedes fährt gut im Gelände"

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  • Dr. Zetsche ist ein waschechter hessischer Bub und macht einen richtig guten Job, da er die richtigen Produkte im Portfolio hat die ein Mann braucht.

    Mein Schwiegervater in Spe, der durch mich auch zum PS-Junkie mutiert ist, freut sich auf den neuen AMG-GTR (V8 Bi-Turbo mit 585 PS und 318 km/h Topspeed) nächstes Jahr mit einem Sound der fast an meinen GT3-RS heranreicht (allerdings ohne Überrollkäfig).

    " Beast of the Green-Hell " O-Ton Lewis Hamilton. Der kriegt ihn allerdings von seinem Boss geschenkt, obwohl er sich bei seinem Gehalt jede Woche einen neuen kaufen kann.

    Endlich ein Fahrzeug von Tobi Moers und seinen Jungs aus Affalterbach mit dem man(n) die Nordschleife erobern kann. Und ich bin schon sehr neugierig, wie dort (am Bilster Berg oder auch in Spa) die Rundenzeitenmit dem neuen " Wunderknöpfchen " für Traktionskontrolle im Vergleich zu meinem GT3-RS sind. Bisher hatte der nur heckangetriebene GTS ja nur eine Launch-Control, und im " Race-Modi " ist das ESP off. Vielleicht muss ich ihn dann ja auch nicht mehr gewinnen lassen .....

  • Herr Thomas Behrends06.09.2016, 11:28 Uhr


    Ich kann mir das nicht vorstellen und wundere mich darüber, dass die US-Umweltbehörden noch keine Maßnahmen gegen Daimler, BMW, Renault, Peugeot, FIAT usw. eingeleitet haben.

    Da wird wohl auch mit zweierlei Maß gemessen ?!
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    Jeder, der aus dem Fach kommt, weiß, dass es hier nur um private Zuwendungen an die Personen der U.S. Behörden geht. Der blöde Winterkorn war ja blöd auf allen Gebieten und ein aufgeblasener Fetts.... Darum muss VW nun bluten.

    Die anderen Firmen haben zwar sie selbe Diesel-Software von Bosch, aber die haben jeweils x-100 Mio / x-mrd den U.S Behörden auf private Nummernkonten überwiesen und damit ist die Sache beigelegt.

  • Daimler ist eine ganz besonders prächtige Perle in der langen Kette deutscher Spitzenunternehmen. Innovation, Perfektion und höchste Qualität: Darin liegt die Stärke der deutschen Wirtschaft. Ein Vorbild für die Politik?

  • Komisch, VW handelt sich Straf- und Kompensationszahlungen von bis zu 30-40 Mrd. EUR für seine Mogelei beim Dieselgate ein und alle anderen Autohersteller bleiben unbehelligt ?! Produzieren die denn saubere Kfz als VW ?

    Ich kann mir das nicht vorstellen und wundere mich darüber, dass die US-Umweltbehörden noch keine Maßnahmen gegen Daimler, BMW, Renault, Peugeot, FIAT usw. eingeleitet haben.

    Da wird wohl auch mit zweierlei Maß gemessen ?!

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