Daimler hat Beteiligung verkauft
Schweden schmieden Zukunftspläne für MTU

Der Daimler-Chrylser-Konzern hat sein Großmotorengeschäft an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft und ist damit fast alle Industriebeteiligungen los. Die neuen Besitzer machen sich unterdessen Gedanken, wie sie mit MTU weiter verfahren. In Friedrichshafen überwiegt zunächst die Erleichterung.

HB HAMBURG. EQT schließt einen Börsengang der übernommenen MTU Friedrichshafen GmbH nicht aus. Aktuell gebe es keine Pläne, langfristig sei ein solcher Schritt aber nicht auszuschließen, sagte Marcus Brennecke, Managing Partner bei EQT Deutschland, am Mittwoch im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

Keinerlei Schwierigkeiten sieht Brennecke im Verhältnis zu den Arbeitnehmern. Mit dem Betriebsrat sei ein „konstruktiver Dialog“ geführt worden. Die von Daimler-Chrysler abgegebene Standortgarantie, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2010 ausschließt, werde respektiert. Es habe allerdings keine darüber hinausgehende Vereinbarungen gegeben.

„EQT Partners ist unser Wunschkandidat, der sich in erheblichem Maß finanziell an unserem Unternehmen beteiligt und uns auf unserem Wachstumskurs begleitet“, sagte MTU-Geschäftsführer Volker Heuer am Mittwoch nach einer Mitteilung des Unternehmens. Zufrieden zeigte sich auch MTU-Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz Wulle, auch wenn sich die Arbeitnehmervertretung zunächst für einen industriellen Käufer ausgesprochen und dabei den Münchner Konzern MAN favorisiert hatte. „Der Finanzinvestor EQT verfolgt einen eher industriellen Ansatz, der sich am detaillierten Konzept, das uns präsentiert wurde, gut ablesen lässt“, sagte Wulle. Er verwies darauf, dass MTU als tarifgebundenes Mitglied im Arbeitgeberverband bleiben werde. Nach Heuers Angaben wird sich EQT langfristig an dem Dieselmotorenhersteller beteiligen. Durch seine Investitionsbereitschaft ermögliche der Investor den Ausbau der Technologieführerschaft, betonte der Geschäftsführer.

Im Vordergrund stehe für EQT, den eingeschlagenen Wachstumspfad fortzusetzen. „Wir haben in ein Unternehmen investiert, das wächst und wir unterstützen die vom Unternehmen vorgelegten Wachstumspläne“, sagte Brennecke. Über die genauen Ziele und Investitionsvorhaben wollte er sich nicht äußern, da aufgrund der fehlenden behördlichen Zustimmungen EQT noch nicht Eigentümer bei MTU ist. Dass seitens Bundesregierung, die den Verkauf von mit Rüstungsgütern befassten Unternehmen ins Ausland blockieren kann, ein Veto beim Verkauf erfolge, erwartet Brennecke nicht.

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