Daimler-Hauptversammlung
Endlich wieder Zweiter

Auf der Hauptversammlung erntet Daimler-Chef Zetsche den Applaus der Aktionäre. Aktie und Absatz steigen im Gleichtakt – und noch dieses Jahr will Mercedes wieder an Audi vorbeiziehen. Doch zur Spitze reicht das nicht.
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Stuttgart/DüsseldorfSo viel Einigkeit auf einer Daimler-Hauptversammlung war selten. Während Konzernchef Zetsche in den vergangenen Jahren trotz guter Zahlen stets viel Kritik der Aktionäre entgegenschlug, halten sich die kritischen Wortmeldungen in Anbetracht der jüngsten Erfolge zurück. So sehr, dass es dem Daimler-Chef wichtig ist, in seiner Rede vor den Aktionären zu betonen, dass man 2013 „nicht als makelloses Erfolgsjahr verklären“ sollte.

Dabei können sich die Erfolge durchaus sehen lassen. Allein im ersten Quartal hat Daimler rund 13,5 Prozent mehr Autos verkauft – kein Premiumautobauer wächst derzeit schneller. Damit würde Daimler sogar die VW-Tochter Audi wieder hinter sich lassen und endlich wieder Platz zwei der Premiumhersteller einnehmen.

„Die Lage des Unternehmens ist gut, die Perspektiven sind noch besser“, sagt Zetsche. Alle wichtigen Modellreihen sind auf dem neusten Stand. Von der kompakten A-Klasse über die C-Klasse bis zur noblen S-Klasse. Doch darauf wollen sich die Daimler-Manager nicht ausruhen: 30 neue Modelle wollen die Schwaben in den nächsten Jahren auf den Markt bringen, ein Dutzend davon ohne direkten Vorgänger. 21,8 Milliarden Euro sollen darum in den kommenden zwei Jahren in die Entwicklung neuer Fahrzeuge investiert werden.

An Börse wird das belohnt: Bei der Aktienperformance ist Daimler schon längst dort angekommen, wo der Konzern auch beim Absatz hin will – an der Spitze. Im vergangenen Jahr ist der Aktienkurs um 70 Prozent gestiegen, bei BMW waren es 40 Prozent, Audi-Mutter VW kommt auf 30 Prozent. Und für die Aktionäre hat Dieter Zetsche noch ein Geschenk mitgebracht: die Dividende steigt auf 2,25 Euro pro Aktie – der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Dabei ging der operative Gewinn mit 7,9 Milliarden Euro sogar zurück, rechnet man die 2,3 Milliarden aus dem Verkauf der EADS-Anteile heraus.

Doch dass Daimler bei der Profitabilität noch hinterherhinkt, ist vor allem den hohen Investitionen in neue Modelle geschuldet. Mit einer Ausweitung des Sparprogramm will Zetsche auch bei der Rendite aufholen. „Wir halten an unserer Marschroute fest“, kündigte er an. Bis Ende 2014 sollen die Kosten in der Pkw-Sparte um zwei Milliarden Euro und im Lkw-Geschäft um 1,6 Milliarden Euro gegenüber 2011 gedrückt werden.
Mittelfristig will Daimler so im Gesamtkonzern neun Prozent und in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz zehn Prozent vom Umsatz als Gewinn einstreichen. Im vergangenen Jahr war die Rendite bei Pkw allerdings um fast einen Prozentpunkt auf 6,2 Prozent gesunken. Der Modellwechsel bei der renditestarken S-Klasse und der hohe Anteil an Kompaktwagen, die weniger Gewinn abwerfen, bremsten die Marge. Bei BMW lag die Rendite im vergangenen Jahr bei 9,4 Prozent, bei der Volkswagen-Tochter Audi bei 10,1 Prozent. „Die Erntezeit hat gerade erst angefangen“, sagte Zetsche.

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  • Applaus? Warum stehen die Manager nicht für Ihr Versagen persönlich mit Ihrem Vermögen (USA) ein? Wieso nehmen Sie sich astronische Vergütungen? Wieso muss jeder Mercedes min. "1 Mill." kosten??

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