Daimler-Kleinwagentochter muss Millionenbetrag beim Auftritt im Fernsehen und in Zeitungen einsparen
Smart streicht die Werbung zusammen

Der Sparzwang bei der angeschlagenen Daimler-Kleinstwagenmarke Smart führt zu weitreichenden Konsequenzen in der Kommunikationsstrategie der Marke.

FRANKFURT. Die tiefrote Zahlen schreibende Daimler-Chrysler-Tochter streicht ihre klassische Werbung in Fernsehen und Print weitgehend zusammen und setzt mit der neuen Agentur BBDO künftig vor allem auf Dialog-Marketing wie mit Internet und Event-Kommunikation. Die Daimler-Tochter muss ihren Marketingetat dieses Jahr schätzungsweise um 30 Prozent kürzen.

Smart und die Agentur BBDO wollen den bisherigen Anteil der klassischen Werbung von 60 Prozent auf rund 30 Prozent des Gesamtetats kappen. 70 Prozent sollen stattdessen künftig in Dialog-Marketing im Internet und beispielsweise Sportsponsoring wie der Beachvolleyball-WM gesteckt werden. Der Strategiewechsel geht einher mit einer neuen Agentur: BBDO aus Düsseldorf mit ihrem neuen Partner Thilo Schotte hat vor wenigen Tagen den europäischen Smart-Werbeetat übernommen, nachdem in den vergangenen vier Jahren Springer & Jacoby die leitende Agentur war.

„Das ist ein radikaler Schritt, aber wir werden so unsere Mittel deutlich effizienter einsetzen und unsere Zielgruppe wesentlich gezielter ansprechen“, sagte Smart-Vertriebs- und Marketingchef Anders Sundt Jensen dem Handelsblatt. Smart schichtet damit ungefähr einen zweistelligen Millionenbetrag im Marketing um. Im vergangenen Jahr gab Smart laut Branchenkreisen allein 27 Mill. Euro für die klassischen Werbeformen aus.

Für das Unternehmen ist der nun beschlossene Schritt nicht ohne Risiko. Bisher hat noch kein Autohersteller versucht, weitgehend ohne klassische Print- und TV-Werbung auszukommen. Wettbewerber wie die erfolgreiche BMW-Kleinwagenmarke Mini verzichten nicht auf klassische Kampagnen mit TV-Werbspots.

Analysten sehen die Entscheidung denn auch nicht ohne Skepsis. „Ob das hilfreich ist im derzeitigen Stadium, wird man hinterfragen müssen“, kritisierte Auto-Analyst Patrick Juchemich von Sal. Oppenheim. Bei Smart gehe es schließlich nicht darum, die Marke zu etablieren, sondern sie wiederzubeleben. Bisher hat die Kleinwagenschmiede seit ihrer Gründung Verluste in Milliardenhöhe angehäuft. Allein im vergangenen Jahr soll das Minus bei über 500 Mill. Euro gelegen haben.

Seite 1:

Smart streicht die Werbung zusammen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%