Daimler mit Rekordergebnis
Zetsche in Spendierlaune

Rekordabsatz, Rekordgewinn – das Jahr endet für Daimler mit Spitzenwerten. Nun soll die Dividende für Aktionäre ebenfalls auf Rekordniveau steigen. Und auch die Mitarbeiter sollen profitieren - mit einer dicken Prämie.
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StuttgartDie Aufräumarbeiten waren erfolgreich. Bei Daimler wird wieder Geld verdient. Dank einer runderneuerten Modellpalette und einem neuen Rekord beim Absatz erreicht auch der Jahresüberschuss einen neuen Bestwert: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg 2014 auf 10,1 Milliarden Euro nach acht Milliarden Euro im Jahr zuvor. „Überall im Unternehmen ist deutlich spürbar: Daimler ist im Aufbruch“, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart.

Endlich kann Zetsche damit wieder aus dem Vollen schöpfen. Die Aktionäre sollen mit 2,45 Euro je Aktie die höchste Dividende der Unternehmensgeschichte erhalten, so hat es der Daimler-Chef mit der Verkündung der Zahlen versprochen. Die Aussicht auf die Dividende hat die Anleger am Donnerstag bei Daimler-Aktien zugreifen lassen. Die Titel stiegen in der Spitze um zwei Prozent auf 84,27 Euro, den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Sie waren damit Spitzenreiter im Dax.

Profitieren sollen auch die Mitarbeiter. 135.000 „anspruchsberechtigte Tarifmitarbeiter“ sollen im April einen einmaligen Bonus von 4350 Euro erhalten - so hat es Daimler mit dem Betriebsrat vereinbart.

Daimler setzte im vergangenen Jahr knapp 130 Milliarden Euro um, ein Plus von zehn Prozent. Die Pkw-Sparte legte auch beim Umsatz besonders stark zu – er stieg um 14 Prozent auf 73,6 Milliarden Euro. Der Absatz kletterte auf einen neuen Höchstwert von 2,5 Millionen Fahrzeugen. Das Konzernergebnis ging hingegen um 16 Prozent zurück auf 7,29 Milliarden Euro, da im Vorjahr über drei Milliarden Euro Sondergewinn aus dem Verkauf von Anteilen an Airbus angefallen waren.

Einem weiteren großen Ziel ist Zetsche im abgelaufenen Geschäftsjahr näher gekommen: Operativ erwirtschaftet die Marke mit dem Stern eine Rendite von 8,1 Prozent aus dem laufenden Geschäft, anderthalb Prozentpunkte mehr als 2013 - und nicht mehr weit von den zehn Prozent Rendite, die der Konzernchef erreichen will.

Dazu trägt maßgeblich die neue S-Klasse bei, bei der die Gewinnspanne traditionell besonders hoch liegt. Ohnehin wirkt sich die runderneuerte Modellpalette deutlich positiv aus. Operativ verdiente die Marke mit dem Stern knapp sechs Milliarden Euro, ein Plus von 43 Prozent. Daimler hat sich vorgenommen, bis 2020 an BMW und Audi vorbeizuziehen und den vor zehn Jahren verlorenen Rang des weltweit größten Premiumherstellers zurückzuerobern.

Das Management habe sich vorgenommen, bei der Ertragskraft ein Niveau zu erreichen, dass es bei Daimler bisher noch nicht gegeben habe, sagte Zetsche und bekräftigte die mittelfristigen Ziele. Danach soll die Umsatzrendite im Konzern operativ auf neun Prozent steigen, die in der Pkw-Sparte auf zehn Prozent – ein Niveau, das die Konkurrenten BMW und die Volkswagen-Tochter Audi längst erreicht haben.

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  • Gatulation an Daimler, daß man soviel Gewinn macht. Ob man den Zulieferern da mal etwas Luft läßt oder ob von denen immer noch rumänische Ecklöhne für deutsche Produktion vorgegeben werden?

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