Daimler mit weniger Gewinn
Abgas-Ärger in den USA überschattet Bilanzzahlen

Die US-Untersuchung wegen angeblich überhöhter Abgaswerte und ein Gewinnrückgang überschatten die Quartalsbilanz von Daimler. Hohe Anlaufkosten für die neue E-Klasse haben den Gewinn gedrückt. Die Aktie stürzt ab.
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StuttgartSchwache Quartalszahlen und Ärger mit den US-Behörden: Der Autobauer Daimler gerät in der Abgasaffäre zunehmend in Erklärungsnot. Die Stuttgarter meldeten in der Nacht zum Freitag, dass sie nach Aufforderung des US-Justizministeriums eine „interne Untersuchung des Zertifizierungsprozesses“ in Bezug auf Abgasemissionen in den USA durchführen.

„Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden“ betonte Finanzvorstand Bodo Uebber am Morgen in einer Telefonkonferenz. Etwaigen Hinweisen auf Regelverstößen werde das Unternehmen konsequent nachgehen und die erforderlichen Maßnahmen treffen.

Daimler hat im ersten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 2,68 Milliarden Euro gesunken, teilte der Dax-Konzern am Freitag mit. Das unbereinigte Ebit ging noch stärker zurück um gut ein Viertel. Als Grund nannte Daimler Absatzrückgänge bei S- und E-Klasse. Der Konzernerlös kletterte von Januar bis März dagegen um zwei Prozent auf 35 Milliarden Euro.

Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigte sich Vorstandschef Dieter Zetsche zuversichtlich: „Im Jahresverlauf werden wir uns kontinuierlich verbessern und 2016 zu einem weiteren Erfolgsjahr für Daimler machen“, erklärte er. Die Modelloffensive gehe mit unvermindertem Tempo weiter. Er hatte bereits auf Belastungen durch den Modellwechsel bei der Mercedes E-Klasse, Wechselkurseffekte und das schwächere Lkw-Geschäft hingewiesen.

Der Nettogewinn brach um knapp ein Drittel ein auf 1,4 Milliarden Euro, obwohl es das absatzstärkste erste Quartal für Daimler war. Das lag unter anderem an hohen Investitionen und Steuerzahlungen. Die Aktien von Daimler brachen am Freitagmorgen um 5,5 Prozent ein.

Der Markt war bereits auf schwächere Ergebnisse zum Jahresauftakt eingestellt - zumal Daimler im vergangenen Jahr kräftig zweistellig gewachsen war und die Vergleichsbasis damit hoch ist. Von Reuters befragte Analysten prognostizierten im Schnitt ein bereinigtes Ebit von 2,6 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden bei einem Umsatz von 36 Milliarden Euro.

Die Schwäche im Pkw-Geschäft riss das Quartalsergebnis herunter. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag mit 1,4 Milliarden Euro ein Fünftel unter dem Vorjahresniveau. Die Rendite war mit 7,1 Prozent zwei Prozentpunkte niedriger und rangierte damit deutlich unter der von Zetsche angestrebten Marke von zehn Prozent, die Mercedes-Benz im vergangenen Jahr zwei Quartale lang geschafft hatte.

Neben dem Bremseffekt im Pkw-Geschäft macht Zetsche auch ein schwaches Nutzfahrzeuggeschäft zu schaffen. Der Absatz sank von Januar bis März, da der US-Markt nach starkem Wachstum den Rückwärtsgang einlegte und Brasilien in der Krise auf Talfahrt blieb. Die Jahresprognose von Daimler Trucks eines operativen Gewinns auf Vorjahresniveau wackelt.

Zu kämpfen hat Mercedes auch auf seinem nach China zweitwichtigsten Einzelmarkt, den USA, wie Stuart Pearson von Exane BNP Paribas schreibt. Der Mercedes-Absatz lag dort im ersten Quartal drei Prozent unter Vorjahr, beim Erzrivalen BMW war das Minus mit fast elf Prozent noch heftiger. Daimler kann Pearson zufolge die hohe Nachfrage nach SUV wegen Engpässen in der Produktion des GLC noch nicht befriedigen, während die Limousinen der S-, E- und C-Klasse nur mit reichlich Rabatt verkauft werden können. Der Preiskampf mit Audi und BMW werde sich noch verstärken, da die Konkurrenten aus Bayern mit den Neuauflagen ihrer wichtigen Modelle A4 und 5er BMW punkten könnten.

Daimler bekräftigte die Jahresziele für den gesamten Konzern: Der Absatz soll erneut deutlich steigen, wenn auch etwas langsamer als im vergangenen Jahr. Das Ebit aus dem laufenden Geschäft will Daimler „leicht“ steigern, was in Zahlen 2,5 bis zehn Prozent bedeutet.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Mir egal, ich habe kein Depot und fahre einen Hyundai

  • Über 19K Stücke zum 1. Kurs in Frankfurt bei der 7890 KV zu 61,58 € (-7,5 % zum Xetra-SK gestern) über die Theke gegangen. Das nenne ich doch mal ein richtiges Schnäppchen zum Wochenende.

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