Daimler-Offerte
Großinvestor bei Tognum-Übernahme skeptisch

Die Übernahme von Tognum durch Daimler und Rolls Royce ist alles andere als sicher. So mancher Großinvestor des MDax-Konzerns hat nämlich etwas dagegen.
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Frankfurt/München

Der Autokonzern Daimler und der britische Triebwerkshersteller Rolls Royce sind mit ihrer Übernahmeofferte für den im MDax notierten Motorenbauer Tognum bei ersten Großinvestoren auf Skepsis gestoßen. "Sie sehen mich jetzt nicht gerade einen Luftsprung machen angesichts der Angebotshöhe", sagte Victor Moftakhar, Chief Investment Officer Deka Investment, dem Handelsblatt. "Ich bin der Meinung, dass viele positive Aspekte in diesem Preis noch nicht berücksichtigt sind." Daimler und Rolls Royce sollten noch mal in sich gehen, ob sie den Investoren nicht mehr bieten wollten. Da Daimler aber bereits mit 28 Prozent an Tognum beteiligt sei, rechnet Moftakhar nicht damit, dass sich noch eine Übernahmeschlacht um Tognum entwickeln werde. Die Fondsgesellschaft des Sparkassensektors zählt nach eigenen Angaben zu den größten Investoren des Friedrichshafener Unternehmens.

Der Autokonzern Daimler und der Motorenbauer Rolls-Royce hatten am Mittwoch morgen ein offizielles Übernahmeangebot für den Friedrichshafener Großdieselmotorenhersteller Tognum vorgelegt. Sie bieten den Tognum-Aktionären 24 Euro je Anteilsschein, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Das gesamte Angebotsvolumen belaufe sich auf rund 3,2 Milliarden Euro. Am Dienstag war die Tognum-Aktie mit 23,22 Euro aus dem Handel gegangen. Neben der Deka lehnt auch der niederländische Versicherer Delta Lloyd, der rund 1,5 Prozent an Tognum hält, das Angebot als zu niedrig ab. Das Tognum-Management, das zusammen mit den Arbeitnehmern rund zehn Prozent am Unternehmen hält, kann sich mit dem Angebot ebenfalls noch nicht anfreunden.

Viele Investoren spekulieren offensichtlich darauf, dass die beiden Unternehmen ihre Offerte noch nachbessern werden. An der Börse stieg das Tognum-Papier zeitweise auf 24,51 Euro - und lag damit über dem Angebotspreis von Daimler und Rolls Royce. Daimler und Rolls Royce hatten bereits Anfang der Woche angekündigt, Gespräche zur Übernahme des Großdieselmotorenherstellers zu führen. Daraufhin war der Tognum-Kurs bereits um 24 Prozent in die Höhe geschnellt. Der jetzt angebotene Preis von 24 Euro je Aktie im Rahmen des Pflichtangebots entspricht in etwa einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Börsenkurs vor

Der Vorstand von Tognum, der selbst zusammen mit der Belegschaft rund zehn Prozent an dem Friedrichshafener Konzern hält, pokert aber noch um ein höheres Gebot. "Über die Höhe des Angebotspreises wurde noch kein Einverständnis erzielt", teilte Tognum mit.

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