Daimler-Partner
Hertz greift BYD unter die Arme

Der Autoverleiher Hertz wird in China künftig Elektroautos von BYD in die Leihwagenflotte aufnehmen. Für den angeschlagenen Lieferanten BYD ein guter Deal - die Chinesen leiden unter einem Absatzschwund.
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ShenzenDer chinesische Autobauer BYD arbeitet künftig mit dem Autovermieter Hertz bei Elektroautos zusammen. Damit bedient sich der Daimler-Partner eines ähnlichen Geschäftsmodells wie die Schwaben mit Europcar oder BMW mit Sixt. Die am Freitag geschlossene Partnerschaft von BYD und Hertz ziele darauf, Elektroautos in den chinesischen Markt zu bringen, hieß es.

„Wir sind der erste weltweit tätige Autovermieter, der in China Elektrofahrzeuge an Privat- und Geschäftskunden vermietet“, sagte Hertz-Chef Mark Frissora laut Mitteilung. Hertz nimmt den rein elektrisch angetriebenen fünfsitzigen BYD e6 in die Vermietflotte auf. Das Modell kommt den Angaben zufolge auf eine Reichweite von mehr als 240 Kilometer und hat bereits eine Testphase von einem Jahr im Taxi-Einsatz hinter sich. Daimler will zusammen mit BYD 2013 ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug auf den chinesischen Markt bringen.

Chinesisches Elektroauto von BYD kommt später nach Europa

Unterdessen tritt der mit Absatzeinbußen und Gewinneinbrüchen kämpfende Autobauer BYD beim Export seines Elektroautos nach Europa und in die USA auf die Bremse. Der Verkauf des e6 starte dort frühestens 2012, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Zunächst werde das Auto in den kommenden Monaten lediglich Kunden in China, Hongkong und Singapur zum Kauf angeboten. Die Ausfuhr in die Übersee-Märkte sei erst ab kommenden Jahr vorgesehen. Ursprünglich hatte der vom US-Milliardär Warren Buffett und seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway gestützte Autobauer den Verkaufsstart des Elektro-Geländewagens e6 in den Industrieländern noch in diesem Jahr angepeilt. Auf dem Autosalon in Genf im März hatte BYD das Auto, dessen Akkus in nur 40 Minuten voll aufgeladen sein sollen, erstmals in Europa öffentlich vorgestellt.

Mit dem Versorger RWE hatte BYD bereits im vergangenen Jahr für einen Flottenversuch in Deutschland eine Strom-Partnerschaft vereinbart. Zusammen mit Daimler will BYD bis 2013 ein weiteres Elektroauto für chinesische Autokäufer entwickeln. Basis dafür soll die kompakte Mercedes-Benz B-Klasse sein. Zuletzt verzeichnete BYD allerdings auf dem heiß umkämpften chinesischen Automarkt einen Absatzschwund: In der ersten Jahreshälfte lieferte BYD mit knapp 260.000 Autos 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum aus, obwohl der Automarkt in China weiter zulegte.

Zugleich kam die Rendite angesichts des harten Wettbewerbs auf dem mittlerweile weltgrößten Automarkt ins Rutschen, auch höhere Produktionskosten schlugen negativ zu Buche. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres schmolz der Nettogewinn um knapp 90 Prozent auf umgerechnet 29 Millionen Euro zusammen, im dritten Quartal könnten sogar Verluste anfallen, warnte das Management. Bei Konkurrenten wie Great Wall und Geely kletterten hingegen die Gewinne in der ersten Jahreshälfte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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