
HB YOKOHAMA. Der Bündnispartner von Daimler und Renault verbuchte zum Bilanzstichtag 31. März unter dem Strich einen Gewinn von 42,4 Mrd. Yen (320 Mio. Euro), wie das Unternehmen heute bekanntgab. Im vergangenen Geschäftsjahr war noch ein Fehlbetrag von 233,7 Mrd. Yen eingefahren worden. Der Umsatz sank jedoch um 10,9 Prozent auf 7,5 Billionen Yen.
Am Vortag hatte auch Branchenprimus Toyota trotz des Rückrufs von Millionen von Autos die Rückkehr in die Gewinnzone bekanntgegeben. Der weltgrößte Autokonzern fuhr einen Betriebsgewinn von 147,5 Mrd. Yen ein - nach einem Vorjahresverlust von 461 Mrd. Yen. Dazu trugen wie bei Nissan Kostensenkungen bei. Nissan, Japans Nummer Drei, konnte dabei im vergangenen Jahr seine eigenen Erwartungen übertreffen. Dazu habe das Absatzwachstum in aufstrebenden Märkten, vor allem in China, beigetragen.
Nissan-Chef Carlos Ghosn sprach von einem "extrem herausfordernden Jahr". Nissan operiere zwar weiterhin im "Krisen-Modus", doch sei der Konzern auf dem guten Weg zur vollständigen Erholung. Für das noch bis zum 31. März 2011 laufende Geschäftsjahr erwartet die Nissan Motor Co einen weiteren Anstieg des Nettogewinns auf 150 Mrd. Yen. Der Umsatz dürfte demnach auf 8,2 Billionen Yen anziehen.
Der heimische Markt in Japan dürfte indes schlecht laufen. Nissan setzt daher mit einer aggressiven Strategie auf die Wachstumsmärkte China und Indien. Nissan ist in China, dem weltgrößten Automarkt, bereits der führende japanische Hersteller. Mit seinem neuen Kompaktmodell, dem Micra, der zum Teil auch unter dem Namen March vermarktet wird, will Nissan nun auch in Indien Fuß fassen. Die Produktion vor Ort soll noch in diesem Monat beginnen.
Zusammen mit dem Mutterkonzern Renault hatte Nissan kürzlich eine Überkreuzbeteiligung mit Daimler von 3,1 Prozent vereinbart. Die strategische Allianz sieht unter anderem die Zusammenarbeit bei Kleinwagen und Lieferwagen sowie den Austausch von Motoren vor.