Daimler schließt Ausstieg nicht mehr aus: Mitsubishi im Elchtest

Daimler schließt Ausstieg nicht mehr aus
Mitsubishi im Elchtest

Schwungvoll presst der Roboterarm die Windschutzscheibe auf den Kleinwagen Colt. Danach rollte der größere Grandis heran, den Mitsubishi Motors vor einigen Monaten mit großen Hoffnungen auf den japanischen Markt gebracht hat. Vier verschiedene Modelle laufen hier, im Mitsubishi-Werk in Okazaki bei Nagoya, in computerbestimmter Reihenfolge über ein 1,1 Kilometer langes Band. Letzter Stand der Technik, die Computersoftware gibt den Takt der Produktion vor.

NAGOYA/TOKIO. Okazaki ist das größte und modernste der drei Mitsubishi-Werke in Japan, das Unternehmen stolz darauf. Mehr als 90 Prozent der Arbeit wird von Robotern erledigt, erklärt die Führerin in blauer Werksuniform, bevor sie die nächste Station ansteuert.

Was sie ungern erzählt: Die teuren mechanischen Helfer können künftig Ruhepausen einlegen. In Okazaki arbeitet man dann nur noch in einer statt zwei Schichten. Das Werk ist nicht mehr ausgelastet. 300 Arbeiter wurden bereits in ein anderes Werk geschickt, weitere 200 sollen folgen.

Mitsubishi Motors steckt tief in der Krise. Besser gesagt, ist die Firma nie richtig aus ihr herausgekommen. Als Daimler-Chrysler im Jahr 2000 beim viertgrößten japanischen Autobauer 34 Prozent der Anteile für 2,1 Milliarden Dollar kaufte, steckte dieser mitten in einem Skandal um vertuschte Qualitätsmängel, die das Image in Japan noch heute schädigen. Ein Milliardenberg an Schulden hatte sich angesammelt, Verluste ließen ihn weiter steigen.

Daimlerchef Jürgen Schrempp schickte Rolf Eckrodt nach Tokio, um Mitsubishi Motors umzukrempeln. Er war einer seiner besten Leuten, wenn er es nicht schaffen würde, wer dann? Keine beneidenswerte Aufgabe, gestand selbst Carlos Ghosn ein, der es zu diesem Zeitpunkt bereits in Japan als Chefsanierer von Nissan zu Ruhm und Ehre gebracht hatte.

Mitsubishi Motors war für Daimler-Chrysler billiger zu haben als Nissan, wo die Stuttgarter dankend Renault den Vortritt gelassen hatten. Doch das war wohl die falsche Entscheidung. Anders als Ghosn standen Eckrodt nicht annähernd so viele Anlagen zur Verfügung, die er versilbern konnte.

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