Daimler setzt auf Amerika
Zetsche will Spitzenplatz in den USA verteidigen

Im größten Absatzmarkt USA verzeichnete die Luxus-Marke Mercedes einen Verkaufsanstieg um 8,4 Prozent auf derzeit mehr als 205.000 Fahrzeuge. Daimler setzt auf Amerika – und baut sein Werk in Alabama aus.
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TUSCALOOSAMercedes will wieder die Spitzenposition im US-Premiumsegment einnehmen. Diese Vorgabe machte Vorstandschef Dieter Zetsche in einem Pressegespräch. „Wir sind die klare Nummer Eins“, sagt Zetsche. Im größten Absatzmarkt USA verzeichnete die Luxus-Marke Mercedes einen Verkaufsanstieg um 8,4 Prozent auf derzeit mehr als 205.000 Fahrzeuge. Allerdings wolle Mercedes den Rang nicht um jeden Preis verteidigen, es werde nicht „Preisanreize oder andere Kniffe“ geben, sagte Zetsche – ein klarer Seitenhieb gegen Verfolger BMW.

Grund für die Reise von Zetsche in den Bundesstaat Alabama war Produktionsstart und Markteinführung der neuen C-Klasse. Erstmals wird die vom Volumen wichtige Modellserie in den USA produziert. Das US-Werk Tuscaloosa gewinnt an Bedeutung, 2015 soll dort auch ein bereits im April auf der Autoshow in Peking vorgestelltes „SUV-Coupé“ hergestellt werden. Auch denke er über „zusätzlichen Kapazitätsausbau“ für bestehende Modelle nach. Insgesamt soll das Werk laut Zetsche eine Produktionskapazität von 300.000 Stück in 2015 haben. Tuscaloosa rückt nach Bremen und Sindelfingen zum drittgrößten Mercedes-Werk der Welt auf.

Für den gesamten US-Markt sieht Daimler einen Absatzanstieg um rund fünf Prozent auf 16,4 Millionen Fahrzeuge vorher. Damit seien die USA neben China einer der wenigen globalen Wachstumsmärkte. „Die Hoffnungen in Indien sinken, in Brasilien fallen sie stark“, sagt Zetsche. In Russland würde sich die politische Krise negativ auswirken, auch in Europa. „Wer jeden Tag schlechte Nachrichten in der Zeitung liest, der hält sich zurück“, sagte Zetsche. Langfristig erwartet der Daimler-Chef weder in Deutschland noch in Europa einen Absatzanstieg. Wachstum sei nur durch die Eroberung von Marktanteilen möglich.

Bei der Eröffnung war auch der Gouverneur von Alabama, Robert Bentley zugegen. Im Gespräch mit dem Handelsblatt am Rande der Veranstaltung warnte dieser vor der US-Autogewerkschaft UAW. Die bemüht sich nach einer Wahlniederlage im naheliegenden VW-Werk in Chattanooga jetzt um das Mercedes-Werk, das als einzige Autofabrik von der Stern-Marke in der Welt keine Arbeitnehmervertretung besitzt.

„Das würde es mir deutlich schwerer machen, andere Unternehmen in den Bundesstaat zu holen“, sagte Bentley. „Ich bin nicht gegen Gewerkschaften“, sagte Bentley, aber die UAW sei nicht die Lösung. Zetsche dazu: „Wir stehen der UAW neutral gegenüber.“

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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