Daimler
Sindelfingen fürchtet um Jobs und C-Klasse

Es war ein deutliches Zeichen an die Konzernspitze von Daimler. 10000 Beschäftigte haben an einer Betriebsversammlung im Werk Sindelfingen teilgenommen. Sie appellierten an den Vorstand, die Produktion der C-Klasse nicht in die USA zu verlagern. Doch Experten sprechen sich genau dafür aus.
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HB SINDELFINGEN. Die Mitarbeiter des Mercedes-Werks in Sindelfingen kämpfen für den Erhalt der Produktion der C-Klasse. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm sagte am Montag bei einer Betriebsversammlung, die Baureihe sei für die Beschäftigung an dem Standort von zentraler Bedeutung. "Wir fordern den Vorstand auf, jetzt auf Basis eines klaren Konzepts zu zeigen, dass hier keiner Angst um seinen Arbeitsplatz haben muss."

An der Betriebsversammlung nahmen rund 10.000 Beschäftigte teil. Sie appellierten an Daimlerchef Dieter Zetsche, den Bau der neuen Generation der C-Klasse nicht von dem größten Pkw-Werk in die USA zu verlagern.

Der Vorstand könnte bereits auf seiner Sitzung am Dienstag entscheiden, wo die Baureihe ab dem Jahr 2014 produziert werde. Die Unternehmensleitung prüft, die Produktion aus Sindelfingen abzuziehen und sie zukünftig im billigeren US-Werk in Tuscaloosa anzusiedeln. Dort werden zurzeit Geländewagen und die R-Klasse gebaut.

Nach Angaben des Betriebsrats wären in Sindelfingen bei einer Verlagerung der Produktion 3.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Hinzukämen Effekte aus den laufenden Effizienzprogrammen, die zu einem erheblichen Personalüberhang führen würden. Nach Einschätzung des Betriebsrats würde es dann zu betriebsbedingten Kündigungen kommen.

Klemm sagte weiter, zur Sicherung der Beschäftigung müsse weiter in die Produktion hochwertiger, zukunftsfähiger Großserien-Fahrzeuge investiert werden. Die Arbeitnehmer hatten bereits 1996 und 2004 massive Zugeständnisse gemacht, um die Produktion in dem Werk halten zu können. Die C-Klasse wird derzeit in Sindelfingen und Bremen gebaut sowie in Südafrika und China.

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Kommentare zu " Daimler: Sindelfingen fürchtet um Jobs und C-Klasse"

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  • leider sind die begründungen für die verlagerung, nämlich wechselkurse und kundennahe produktion nur ein teil der wahrheit.
    entscheidend sind auch die durch die autokrise in den usa veränderten löhne und zusatzleistungen.
    jeder der das preisniveau für autos in den usa kennt weiß, daß wir in deutschland auf dauer das unserige nicht erhalten können werden.
    so schmerzhaft es auch ist - rechtzeitige anpassungen sind nicht vermeidbar. und wenn die anpassungen zu spät kommen, steht der schuldige
    - insbesondere aus der sicht der öffentlichkeit- heute schon fest: das management. und in der tat wenn die manager nicht das richtige auch gegen widerstände durchsetzen, trifft sie die schuld.

  • leider sind die begründungen für die verlagerung, nämlich wechselkurse und kundennahe produktion nur ein teil der wahrheit.
    entscheidend sind auch die durch die autokrise in den usa veränderten löhne und zusatzleistungen.
    jeder der das preisniveau für autos in den usa kennt weiß, daß wir in deutschland auf dauer das unserige nicht erhalten können werden.
    so schmerzhaft es auch ist - rechtzeitige anpassungen sind nicht vermeidbar. und wenn die anpassungen zu spät kommen, steht der schuldige
    - insbesondere aus der sicht der öffentlichkeit- heute schon fest: das management. und in der tat wenn die manager nicht das richtige auch gegen widerstände durchsetzen, trifft sie die schuld.

  • Leute, die C-Klasse wird auch weiterhin in Deutschland produziert (nämlich in bremen). Daher wird jeder deutsche Kunde auch weiterhin eine C-Klasse "made-in-Germany" erhalten.
    ich finde den Schritt zwar auch bedauerlich. Aufgrund der extremen Dollar-Schwäche, die beinahe allen "nicht-amerikanischen" Herstellern zu schaffen macht (also auch den Japanern), halte ich dieses Vorgehen für betriebswirtschaftlich sehr sinnvoll.

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