Daimler
Sindelfingens Schicksal hängt von Konjunktur ab

Der Zukunftsvertrag beim Autobauer Daimler für den Konzernstandort Sindelfingen wird von Konzernleitung und Betriebsrat gefeiert. Bis 2019 will Daimler auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten - aber nur, wenn die Konjunktur mitspielt.
  • 1

HB SINDELFINGEN. Die Jobs der rund 37.000 Beschäftigten im Sindelfinger Mercedes-Werk sind bis zum Jahr 2020 sicher - wenn alles gut geht. Denn die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung für die Mitarbeiter am Standort Sindelfingen kann bei einem erneuten Konjunktureinbruch gekippt werden. "Es gibt eine Ausstiegsklausel, die sich an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert", sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth in Sindelfingen.

Weitere Werke des Autobauers sollen nach Angaben des Managers nicht mit einer ähnlich umfangreichen Jobgarantie wie in Sindelfingen bis zum Jahr 2020 ausgestattet werden. "Diese Frage stellt sich nicht", erklärte Porth. Für die meisten deutschen Daimler-Beschäftigten gilt zurzeit ein Kündigungsschutz bis Ende 2011.

Rund 2700 Arbeitsplätze sollen durch neue Tätigkeiten wie die interne Fertigung von Werkzeugen sowie von Sitzen - für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge - geschaffen werden, um die Produktionsverlagerung der kleinen Mercedes-Benz-Limousine nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa auszugleichen.

Zusätzliche Montage-Umfänge beim Einbau von Hybridantrieben oder dem Aufbau von Erprobungsfahrzeugen gelten nach der Vereinbarung als weitere Maßnahmen für Ersatzbeschäftigung. Der Standort Sindelfingen soll außerdem zum Kompetenzzentrum für Leichtbau-Karosserieteile aufgebaut werden. Über Abfindungsregelungen und bessere Bedingungen für Frühpensionierungen will der Stuttgarter Premiumhersteller außerdem seinen Personalbestand im Griff behalten. Rund 37 000 Beschäftigte gibt es am Standort, für alle gilt die Beschäftigungssicherung.

"Wir sind froh, dass wir trotz der aus unserer Sicht falschen Entscheidung des Vorstands die Arbeitsplätze in Sindelfingen über einen so langen Zeitraum sichern konnten", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm nach einer Betriebsversammlung. Daimler-Chef Dieter Zetsche verteidigte erneut die Neuausrichtung der meistverkauften Baureihe C-Klasse vom Jahr 2014 an als wichtige strategische Weiche im Kampf um Marktanteile. Diese Entscheidung sowie das neue Werk für Kompaktfahrzeuge in Ungarn seien "das beste Mittel, um nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern."

Kommentare zu " Daimler: Sindelfingens Schicksal hängt von Konjunktur ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • wer das glaubt ist selber schuld, alle Augenwäscherei, es werden Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%