Daimler sondiert in Genf strategische Optionen für Chrysler
Zetsche geht auf Distanz zu Chinesen

Der Autokonzern Daimler-Chrysler ist bei der Partnersuche für die angeschlagene US-Sparte auf Distanz zu Kaufinteressenten aus der chinesischen Autoindustrie gegangen. „Es gibt Möglichkeiten, die wir in Betracht ziehen, und andere, bei denen wir dies weniger tun“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Rande des Autosalons in Genf auf die Frage, ob ein Verkauf von Chrysler an chinesische Hersteller möglich sei.

GENF. Experten räumen chinesischen Interessenten wie FAW nun nur noch eine Außenseiterchance auf eine Übernahme des drittgrößten US-Autobauers ein. Zuvor hatte bereits die einflussreiche Arbeitnehmerbank von Daimler die Sorge geäußert, Chrysler könne den Chinesen die Tür für die Märkte in Europa und den USA öffnen. Über die geplante Kooperation von Chrysler mit dem chinesischen Hersteller Chery war es vergangene Woche erstmals seit 17 Jahren zu einer Kampfabstimmung im Daimler-Aufsichtsrat gekommen.

Zetsche hatte Mitte Februar am Chrysler-Stammsitz angekündigt, zusätzlich zu einem neuen Sparprogramm alle Optionen für Chrysler zu prüfen, was auch eine Partnerschaft oder einen Verkauf einschließt. Die US-Sparte leidet an Absatzproblemen und hat entsprechend Daimler die Konzernbilanz 2006 mit einem Milliardenverlust verhagelt. Der neue Sanierungsplan soll Chrysler bis 2009 mit geplanten Einsparungen in Höhe von 4,5 Mrd. Dollar wieder auf eine Umsatzrendite von mindestens 2,5 Prozent hieven. Doch Beschlüsse über die US-Sparte sollen bereits schneller fallen. „Wir werden nicht bis Ende 2009 warten, um zu Entscheidungen zu kommen“, sagte Zetsche in Genf.

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Als ein Interessent für Chrysler gilt der chinesische Volkswagen-Partner FAW. FAW-Manager hätten bereits die Zentrale der Daimler-Chrysler-Tochter in den USA besucht, hieß es Kreisen des größten chinesischen Autoherstellers. Es sei aber nicht klar, ob die Chinesen nur einen Anteil oder die komplette Sparte erwerben wollten. Der chinesische Autobauer Chery selbst hat dagegen bereits abgewunken. Konkrete Gespräche über Chrysler gibt es laut Unternehmenskreisen bereits mit dem US-Autokonzern General Motors (GM). Laut Finanzkreisen sind auch mehrere Finanzinvestoren sowie der Autozulieferer Magna International an Daimlers US-Sparte interessiert. Der französische Autohersteller Peugeot-Citroen schloss dagegen ein Übernahmeangebot für die US-Sparte von Daimler vorerst aus.

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