Daimler
Sprinter-Premiere mit Macken

Daimler präsentiert mit dem neuen Sprinter das wichtigste Modell der Transporter-Sparte. Nach dem Crashtest-Debakel mit dem Kleintransporter Citan bemüht sich der Nutzfahrzeug-Riese um Wiedergutmachung.
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Düsseldorf/StuttgartEigentlich hätte die Premiere des neuen Sprinters ganz harmonisch verlaufen können. Der unscheinbare Kastenwagen ist das Erfolgsmodell der Nutzfahrzeugsparte und Namensgeber seiner Klasse. 159.000 Sprinter wurden im vergangenen Jahr produziert und in rund 130 Länder weltweit ausgeliefert – rund 7.000 mehr als im Vorjahr. Nach Marktanteilen beherrscht er sein Segment. Ab September soll das neueste Modell ausgeliefert werden, das mit einem umfangreichen Sicherheitspaket punkten will. Doch die Premiere ist überschattet von dem schlechten Abschneiden des Kleintransporters Citan beim NCAP-Crashtest.

Der Kleintransporter, der in wesentlichen Teilen auf dem Renault Kangoo basiert, schnitt bei dem Test mit drei von fünf möglichen Punkten ab – schlimmer hätte es kaum kommen können. Es war ein Desaster mit Ansage. Seit 2011 soll die Führungsetage über die Sicherheitsmängel informiert gewesen sein, berichtet der Spiegel. Hundert Millionen Euro hätte es gekostet, das schlechte Abschneiden zu vermeiden. Elektronik und Karosserie hätten überarbeitet werden müssen. Doch die Daimler-Führungsetage soll sich geweigert haben, die Präsentation des Kleintransporters weiter hinauszuzögern. „In seiner Klasse schneidet der Citan immer noch gut ab“, versuchte Daimler-Vans-Chef Volker Mornhinweg auf der Sprinter-Präsentation zu beschwichtigen und schob das schlechte Abschneiden auf einen strengeren Test.

Daimler kann es sich derzeit nicht leisten, es sich mit Renault zu verscherzen. Denn die Kooperation im Transportersegment könnte bald auch auf Großtransporter ausgeweitet werden. „Wir führen erste Gespräche“, bestätigte eine Daimler-Sprecherin. Über Details und Ziele der Kooperationsgespräche verrät Daimler noch nichts. Dabei dürfte es genau auf diese Details ankommen: Bisher baut Renault mit dem Master ein eigenes Modell in der Sprinterklasse. Für eine Kooperation müssten Sprinter und Master auf eine Plattform gestellt werden.

Derzeit fertigen rund 6600 Mitarbeiter und 500 Industrieroboter den Kastenwagen im Norden von Düsseldorf. Daneben werden auch die Produktionen in Charleston (USA), González Catan (Argentinien) sowie Fuzhou (China) auf das neue Modell umgestellt und eine Gemeinschaftsproduktion mit dem russischen Hersteller GAZ in Nizhny Novgorod wird vorbereitet.

Für die Fertigung in Düsseldorf könnte die Kooperation mit den Franzosen von entscheidender Bedeutung sein. Denn ein Viertel der Produktion im Werk Düsseldorf geht derzeit noch direkt an Volkswagen. Der dort gefertigte VW Crafter ist in wesentlichen Teilen baugleich mit dem Sprinter. Bis 2016 läuft die Auftragsfertigung. Seit mehreren Monaten wird verhandelt – ein Ergebnis steht immer noch aus. Offiziell dauern die Verhandlungen weiter an. Doch es wird immer wahrscheinlicher, dass Volkswagen aus der Kooperation aussteigen wird.

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Sprinter-Premiere mit Macken

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Wie VW den Ausstieg plant

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  • Versagen mit Ansage:
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    "Der Kleintransporter, der in wesentlichen Teilen auf dem Renault Kangoo basiert, schnitt bei dem Test mit drei von fünf möglichen Punkten ab – schlimmer hätte es kaum kommen können. Es war ein Desaster mit Ansage. Seit 2011 soll die Führungsetage über die Sicherheitsmängel informiert gewesen sein, berichtet der Spiegel."

    Quelle: Handelsblatt (dieser Bericht)
    Wird mein Beitrag jetzt auch wieder gelöscht?
    "Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich."

  • Durch die Sparmaßnahmen kann Daimler halt nicht mehr die Qualität hineintesten, wie das früher passierte.Von qualitativ hochwertigen Konzepten und Designs ist man in der Entwicklung eh weit, weit entfernt.

  • so ungefähr ist es wenn man(N) sich vertut...tippt..dann kommt sowas dabei raus...:-( SORRY :-)

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