Daimler
Stunk um Schichten in Sindelfingen

Kommt es bei Daimler zu Produktionseinschnitten? Derzeit streitet die Führungsriege mit dem Betriebsrat um die Arbeitsverteilung im Werk Sindelfingen. Dabei ergriff der Autohersteller zu einer außergewöhnlichen Maßnahme.
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StuttgartNach der Gewinnwarnung bei Daimler könnte es nun auch zu Einschnitten bei der Produktion kommen. Der Autohersteller und der Betriebsrat streiten sich um die Schichten in Sindelfingen, dem größten Werk des Konzerns: Bislang wurde keine Regelung für die Schichten im vierten Quartal gefunden, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet. „Normalerweise finden wir eine Lösung am Verhandlungstisch, aber den hat das Unternehmen umgeworfen“, ließen Betriebsratskreise gegenüber der Nachrichtenagentur dapd verlauten. „Wir empfinden das als neuen Umgangston.“

Das Unternehmen hat laut Zeitungsbericht das erste Mal seit vier Jahrzehnten die Einigungsstelle angerufen. Beide Seiten wollten nicht genauer sagen, wo die Verhandlungen derzeit haken. Vom Betriebsrat hieß es nur, manche Schichtenmodelle seien finanziell besser für die Beschäftigten, andere für das Unternehmen. Ein Daimler-Sprecher wollte die Verhandlungen grundsätzlich nicht kommentieren. Es scheint aber um Produktionsanpassungen nach unten zu gehen.

Der Daimler-Sprecher sagte, das Unternehmen schaue sich generell an, wie die Nachfrage bei einzelnen Baureihen sei. Bei der wichtigen in Sindelfingen gefertigten S-Klasse sei derzeit das Ende des Lebenszyklus zu spüren. Im kommenden Jahr wird das neue Modell vorgestellt. Vor Modellwechseln geht die Nachfrage in der Regel zurück. In den ersten acht Monaten des Jahres verzeichnete die S-Klasse weltweit immerhin noch ein Plus von 3,8 Prozent.

Ähnlich ist die Situation der ebenfalls in Sindelfingen produzierten E- und C-Klasse. Von der E-Klasse bringt Daimler im kommenden Jahr eine modellgepflegte Variante auf den Markt. Die C-Klasse wird 2014 runderneuert.

Zusätzlich zum Lebenszyklus-Effekt bekommt Daimler derzeit die abflauende Konjunktur auf dem Automarkt zu spüren. Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche hatte vergangene Woche eine Gewinnwarnung für die Autosparte ausgegeben. Der Konzern erwartet bei Mercedes-Benz für 2012 ein operatives Ergebnis unter dem Vorjahresniveau. 2011 hatte die Sparte einen operativen Gewinn von 5,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im zweiten Quartal 2012 war das Konzernergebnis aber um 13 Prozent eingebrochen.

Daimler will angesichts des schwierigen Geschäftsumfelds mit einem Sparprogramm namens Fit for Leadership gegensteuern. In Medienberichten war von Einsparungen im Umfang von einer Milliarde Euro die Rede. Der Konzern wollte die Zahl nicht kommentieren.

Aber: Der Autobauer plant trotz gedrosselter Produktion in seinem größten Pkw-Werk Sindelfingen keine Kurzarbeit. „Es gibt keine Pläne für Kurzarbeit in Sindelfingen“, sagte ein Daimler-Sprecher am Dienstag. Auch in den anderen Montage- und Komponentenwerken sei Kurzarbeit kein Thema. „Insgesamt ist unser Produktionsprogramm bei Pkw 2012 auf Wachstum ausgerichtet“, sagte der Sprecher. Daimler strebe im laufenden Jahr weiterhin einen Rekordabsatz bei Mercedes-Benz Pkw an.
Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte am Donnerstag die Gewinnerwartungen im laufenden für die größte Daimler-Sparte einkassiert. Im Werk Sindelfingen werde die Produktion im vierten Quartal gekürzt, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Daimler: Stunk um Schichten in Sindelfingen"

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  • Das wussten wir schon Lange, deshalb nahm man die großzügige Abfindung und schlich sich davon. Daimler sei dank, denn nun ist noch nicht einmal Geld für die Kurzarbeit bzw. für eine Abfindung da. Weihnachtsgeld?

  • Na er hat keine Ahnung wie man Autos baut (massig Ladenhüter- ich war erst bei MB Händler - die haben die Panik), er hat keine Ahnung von Formel 1, USA Probleme, China Probleme, Allianz mit Renault, wie man Smart saniert, er will nen Elektrosmart fahren - frägt seine Kinder was in ein Auto eingebaut werden soll und will dass die Türkei der EU beitritt - eingen wir uns so er ist ein spitzenbezahlter Ahnungsloser Schönredner?

  • Dr. Z. ist gar nicht ratlos.
    Er weiß ganz genau, daß seine Provision gewinnabhängig ist.
    Und wenn die ihm zu niedrig erscheint, dann wird der Gewinn hochgefahren. Auf Kosten der Mitarbeiter, der Zulieferer und der Dienstleister. Ganz kurzfristig, schon stimmt das Excelsheet wieder, und die Jacht ist bezahlt. Oder noch ne Villa.
    Und der Aktienkurs steigt wieder, und sein Optionpaket auch. Isses nicht schön....

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