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12.11.2008 
Autobranche

Daimler und BMW rücken zusammen

von Carsten Herz und Markus Fasse

Die Krise in der Autoindustrie beschleunigt die Zusammenarbeit von BMW und Daimler: Die rivalisierenden Autohersteller wollen ihre Einkaufskooperation global ausweiten, wie das Handelsblatt vom BMW-Einkaufsvorstand Herbert Diess erfuhr.

Der BMW-Zulieferer Pierburg schraubt ein Saugrohr zusammen: Bald kaufen BMW und Daimler ihre Teile gemeinsam ein. Foto: ddpLupe

Der BMW-Zulieferer Pierburg schraubt ein Saugrohr zusammen: Bald kaufen BMW und Daimler ihre Teile gemeinsam ein. Foto: ddp

FRANKFURT/ MÜNCHEN. Neben einem gemeinsamen Einkauf von Komponenten wollen die beiden Konzerne auf wichtigen Auslandsmärkten künftig gemeinsame Sache machen. "Wir reden auch über die Bündelung unserer Einkaufsaktivitäten in bestimmten Märkten wie China und den USA", sagte BMW-Einkaufsvorstand Herbert Diess dem Handelsblatt.

Beide Seiten hätten eine zweistellige Zahl von Komponenten identifiziert, die sie gemeinsam bei den Lieferanten ordern könnten. "Damit ist die Vorarbeit geleistet, um diese Teile im Einkauf auch gemeinsam bei den Lieferanten anzufragen", sagte Diess. "Für erste Komponenten tun wir dies auch bereits gemeinsam."

Seit über einem Jahr verhandeln die beiden Premiumhersteller über den gemeinsamen Einkauf. Denn Teile wie Gurtroller, Stellmotoren für Fensterheber oder Klimaanlagen sind für den Kunden nicht zu sehen, hier müssen sich BMW und Mercedes nicht differenzieren. Nach Angaben aus Konzernkreisen ließen sich aber rund 350 Mio. Euro allein im ersten Jahr sparen, wenn die Konkurrenten Mengenrabatte bei den Zuliefern einfordern. Synergien dieser Art realisiert vor allem Audi: Die Ingolstädter profitieren von der Einkaufsmacht des von Porsche dominierten VW VW-Konzerns. produziert sechs Millionen Autos im Jahr, das sind doppelt so viele wie BMW und Mercedes zusammen.

BMW will mit der Einkaufskooperation vor allem hohe Kostensenkungen bei der neuen Generation der Modellreihen 3er und 5er einfahren, dem Brot- und Buttergeschäft der Münchener. Beide werden ab 2010 neu gestartet, ihr wirtschaftlicher Erfolg wird für die Münchener fast schon überlebenswichtig. Doch auch Daimler hatte zuletzt auf eine rasche Einigung bei den Gesprächen gedrungen. Für die Kooperation mit BMW wünschten sich die Stuttgarter manchmal etwas mehr Tempo, mahnte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber jüngst noch an.

BMW-Einkaufschef Diess betonte dagegen, dass die Bayern auf der Einkaufsseite im kontinuierlichen Gespräch mit den "Kollegen von Daimler" seien. Die Kooperation auf den für beide enorm wichtigen Märkten USA, China und Indien auszuweiten ergibt Sinn. Beide brauchen lokale Zulieferer von hoher Qualität in den Überseemärkten. Alleine eine gemeinsame Zertifizierung würde viel Geld sparen heißt es.

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