Daimler und VW betroffen China untersagt Produktion von Benzinfressern

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung hat China die Produktion von 553 Automodellen verboten. Betroffen sind Autos, die besonders viel Benzin verbrauchen. Auch Wagen von VW und Daimler stehen auf der Liste.
Update: 02.01.2018 - 17:46 Uhr Kommentieren
Die chinesische Regierung kämpft gegen den dichten Smog in den Städten. Quelle: dpa
Straßenverkehr in Qingzh

Die chinesische Regierung kämpft gegen den dichten Smog in den Städten.

(Foto: dpa)

PekingChina hat die Produktion von 553 Automodellen untersagt. Sie entsprechen nach Darstellung der Regierung nicht den nationalen Benzinverbrauchswerten. Das Verbot trat mit Genehmigung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) am 1. Januar in Kraft. Auf der Liste der 57 Autobauer aus dem In- und Ausland befinden sich nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua 61 Marken.
So werden Audi und BMW Herstellung und Verkauf von jeweils zwölf Modellen untersagt. VW ist mit 13 Modellen betroffen und Mercedes Benz mit acht Modellen. Toyota darf 27 Modelle nicht mehr produzieren, auch Chevrolet und Buick stehen mit mehreren Autos auf der Liste. Zum Vergleich: Der chinesische Autobauer BAIC taucht gleich 90 Mal auf der Liste auf, SAIC folgt mit 50 Nennungen, während Geely und BYD mit zehn und 22 genannt werden.

Ein Sprecher der Volkswagen AG sagte der Deutschen Presse-Agentur in Peking, dass kein aktuell in Produktion befindliches Modell betroffen sei. Es sei eher eine normale Mitteilung von chinesischer Seite über die jetzt geltenden Verbrauchswerte, und die derzeit hergestellten Autos des Konzerns entsprächen ohnehin den Anforderungen. Gleiches gilt nach Angaben eines Sprechers auch für Daimler. Der Vorgang habe keinen Einfluss auf die Produktion und keinen Einfluss auf den Verkauf in China.

Wang Liusheng, der als Analyst für China Merchants Securities arbeitet, sagte, dass künftig noch weitere Listen dieser Art folgen werden, um zu betonen, wie wichtig das Zurückfahren des Energieverbrauchs ist. Solche Schritte seien „essenziell, um die langfristig gesunde Entwicklung der Autoindustrie sicherzustellen“. Im September 2017 hatte das MIIT schon angekündigt, demnächst einen Zeitplan vorlegen zu wollen, um Herstellung und Verkauf von Dieselmotoren schrittweise zu beenden.

China hat den Kampf gegen die Luftverschmutzung verschärft, indem es striktere Emissionsgrenzen setzt und damit „grüne“ Transportmittel wie Elektro- oder Hybridautos fördert. Erst Ende Dezember hatte das Finanzministerium mitgeteilt, dass es bis 2020 Käufer solcher Autos von der Umsatzsteuer befreien und damit eine 2014 eingeführte Maßnahme verlängern wird. Dabei war der Verkauf von Elektro- und Hybridautos schon im November – verglichen mit dem Vorjahr – um 80 Prozent auf 119 000 Einheiten gestiegen. Bis 2025 sollen sie ein Fünftel der in China verkauften Fahrzeuge ausmachen.

2017 war die chinesische Führung wiederholt mit internationalen Autobauern aneinandergeraten. So sollte eigentlich schon dieses Jahr eine Elektroautoquote in Kraft treten. Die Hersteller sollen so gezwungen werden, mindestens zehn Prozent der in China produzierten und vertriebenen Autos mit einem alternativen Antrieb auszustatten. Erst nach langem Ringen konnte die Quote auf 2019 verschoben werden.

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