Daimler: „Verheißungsvoller“ Jahresstart im Truck-Geschäft

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„Verheißungsvoller“ Jahresstart im Truck-Geschäft

Europa hui, Brasilien und Nordamerika pfui: Das Lkw-Geschäft von Daimler hat derzeit Licht und Schatten. Dennoch rechnet Spartenchef Bernhard damit, dass Rekordniveau bei Absatz und Ergebnis zu halten.

StuttgartAngesichts der Flaute in allen anderen großen Märkten hat sich Europa zu Jahresbeginn zur tragenden Säule des Lkw-Geschäfts von Daimler entwickelt. „Der erste Monat war eher verheißungsvoll“, sagte Daimler-Trucks-Chef Wolfgang Bernhard am Montag in Stuttgart. Für den europäischen Lkw-Markt erwartet er leichten Zuwachs, weil die Finanzierungskosten dank niedriger Zinsen günstig seien und es nach der Krise in Südeuropa Nachholbedarf gebe.

In Nordamerika erwartet der Weltmarktführer für Schwerlastwagen nach kräftigem Wachstum im vergangenen Jahr ein Absatzminus am Markt von zehn Prozent. Bei Konkurrent Volvo und seiner US-Tochter Mack war der Auftragseingang in Nordamerika im vierten Quartal bereits um 58 Prozent eingebrochen.

Das Geschäft sei im Januar so verlaufen wie erwartet, so Bernhard. Die wichtigen Schwellenländer Brasilien und Indonesien seien dagegen sehr schwach gestartet. „Wir erwarten trotzdem, dass wir unser hohes Absatzniveau von 500.000 Lkw dieses Jahr halten können“, sagte Bernhard.

In Brasilien erwartet Daimler einen weiteren Marktrückgang um zehn Prozent, nachdem die Nachfrage 2015 wegen der Rezession in dem Land um die Hälfte eingebrochen war. „Bisher ist noch keine Bodenbildung abzusehen“, sagte Bernhard. Im vergangenen Jahr hatte Daimler die Pläne zur Streichung von 1500 Stellen in dem Land nach Gewerkschafts-Protesten fallen lassen. Die Jobs sind aber nur bis August gesichert.

Schon jetzt sind einer Sprecherin zufolge Mitarbeiter im bezahlten Urlaub, parallel laufen Gespräche mit den Gewerkschaften. Es werde zwar nach sozialverträglichen Lösungen gesucht, Kündigungen könne er aber nicht ausschließen, sagte Bernhard. In dem Land beschäftigte Daimler zuletzt gut 10.000 Mitarbeiter in seinen Lkw-Werken – schon in den vergangenen drei Jahren waren etwa 3000 Mitarbeiter mit Abfindungen zum Gehen bewegt worden.

In den USA verloren seit Jahresbeginn 2100 Mitarbeiter ihren Job. Insgesamt beschäftigte Daimler Trucks dort Ende 2015 rund 15.000 Mitarbeiter an fünf Standorten. Weitere Stellenstreichungen seien in den USA nicht geplant, solange der Markt nicht stärker schrumpfe.

Trotz der trüben Aussichten will Bernhard das 2015 erreichte Rekordniveau bei Absatz und Gewinn halten. Mit gut einer halben Million verkauften Nutzfahrzeuge hatte die Lkw-Sparte einen operativen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, ein Sprung um einen Drittel. Die Rendite war um fast einen Prozentpunkt auf 7,3 Prozent gestiegen und hatte sich damit der Zielmarke von acht Prozent weiter genähert.

In China, wo Daimler Lkw über ein Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller Foton verkauft, habe sich der Markt nach einem starken Rückgang stabilisiert, sagte Bernhard. Für die Zukunft setzt Bernhard seine Hoffnungen auf Afrika und den Iran. Erst kürzlich hatte Daimler in Nairobi ein Vertriebszentrum eröffnet. Zwar verkauft der Hersteller dort nur etwas mehr als ein Prozent seiner Lkw. „Wir sind wild entschlossen, den afrikanischen Kontinent nicht allein unseren Wettbewerbern zu überlassen.“

Im Iran hatte Daimler-Vorstand Bernhard kürzlich Absichtserklärungen für Vertriebs-Kooperationen geschlossen. „Wir glauben, dass Iran ein Markt ist, der in der Größenordnung so groß sein könnte wie die Türkei“, sagte Bernhard. Das seien etwa 40.000 Lkw im Jahr.

Agentur
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