Industrie

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Daimler: Wenn der Rekordabsatz nicht genug ist

Daimler kann das Jahr mit einem Rekordabsatz beenden - doch die Konkurrenz fährt weiter vorneweg. Vor allem international soll darum das Wachstum vorangetrieben werden. Deutschland ist nicht mehr der wichtigste Markt.

Dieter Zetsche will Daimler wieder rentabler machen Quelle: dpa
Dieter Zetsche will Daimler wieder rentabler machen Quelle: dpa

Düsseldorf/StuttgartDaimler hat 2012 einen Absatzrekord eingefahren. Wie der Daimler -Konzern am Freitag in Stuttgart berichtete, lieferte er von seiner Top-Marke Mercedes 1,32 Millionen Fahrzeuge aus - das sind 4,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gemeinsam mit den Marken Smart und Maybach wurden weltweit 1,42 Millionen Pkw verkauft (plus 4,5 Prozent). Im Dezember kühlte sich die Nachfrage jedoch ab - der Absatz kletterte lediglich um 0,4 Prozent.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigte sich zufrieden: "Trotz des schwierigen Marktumfeldes in den südeuropäischen Ländern und zahlreicher Modellwechsel haben wir den Rekordabsatz des Vorjahrs übertroffen." Allein in den USA legte der Verkauf im vergangenen Jahr um 11,8 Prozent zu. Die Vereinigten Staaten hätten Deutschland damit als größten Markt für die Marke Mercedes-Benz abgelöst. Zetsche erwartet, dass sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres 2013 fortsetzen wird.

Dafür muss Zetsche vor allem die Rentabilität der Ertragsperle Mercedes-Pkw wieder auf Kurs bringen, die ab 2013 dauerhaft eine Rendite von zehn Prozent abwerfen soll. Zuletzt war die operative Marge der Sparte von 8,0 auf 6,4 abgerutscht. Konkurrent Audi verdient fast doppelt so viel.

Bild für Bild So hat Mercedes E-Klasse Cabrio und Coupe überarbeitet

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Darum kassierte Daimler-Chef Zetsche zuletzt auch die Prognose für 2012. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem operativen Ergebnis von ungefähr acht Milliarden Euro, was knapp neun Prozent weniger wären als im Vorjahr. Die Schwaben wollen mit einem milliardenschweren Sparprogramm gegensteuern. 

Auch in China läuft Mercedes-Benz den Konkurrenten Audi und BMW noch hinterher - obwohl in Fernost mit 192.211 verkauften Fahrzeugen ein neuer Rekordabsatz eingefahren wurde. Während sowohl BMW als auch Audi dort zweistellige Wachstumsraten vorweisen können, kommen die Stuttgarter lediglich auf 1,5 Prozent. Seit Oktober gehen die Absätze sogar zurück, im Dezember verkaufte Mercedes-Benz in Fernost 18,6 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat.

Die größten Autohersteller in Europa

  • Platz 10

    Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

  • Platz 9

    Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

  • Platz 8

    Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

  • Platz 7

    BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

  • Platz 6

    Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

  • Platz 5

    Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

  • Platz 4

    General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

  • Platz 3

    Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

  • Platz 2

    Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

  • Platz 1

    Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Der Konzern hatte im Dezember zwei Maßnahmen getroffen, um das zu ändern: Zunächst bestellte der Konzern mit dem ehemaligen Truck-Manager Hubertus Troska einen eigenen China-Vorstand. Danach bündelte das Unternehmen den Vertrieb für importierte und lokal produzierte Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz in dem Land unter einem Dach. Beide Gruppen hatten sich zuvor gegenseitig Konkurrenz gemacht.

Gute Nachrichten gibt es dagegen im Kompaktsegment: Die B-Klasse wurde 51,2 Prozent besser verkauft als im Vorjahr und stellt mit 145.600 Bestellungen den Rekord aus dem Jahr 2006 ein. Auch die neue A-Klasse wurde seit Verkaufsbeginn bereits 90.000 Mal verkauft.

Erste Bilder Facelift E-Klasse Mehr Mercedes fürs Geld

  • Erste Bilder Facelift E-Klasse: Mehr Mercedes fürs Geld
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Im neuen Jahr werden mit der S-Klasse und E-Klasse gleich die zwei wichtigsten Oberklasse-Modelle von Daimler in einer neuen Variante präsentiert. Daimler-Chef Zetsche verspricht sich von den neuen Modelle "Rückenwind" für seine Initiative Mercedes-Benz 2020. In den kommenden sieben Jahren will Mercedes-Benz wieder zur Nummer eins der Premiumhersteller aufsteigen. Zuletzt hatte Zetsche in der "Börsen-Zeitung" angekündigt, dass er dieses Ziel nach Möglichkeit auch schon früher erreichen wolle. "Ich habe natürlich den persönlichen Ehrgeiz, dass wir nicht bis 2020 brauchen, sondern schon während meiner eigenen Verantwortung deutlich nach vorn kommen", sagte er dem Blatt. Derzeit reicht es nur für Platz 3.

 

  • 04.01.2013, 14:36 Uhrflexiblebird

    Die Gier greift wieder um sich. Wer 10% Rendite für angemessen hält, ruiniert das Geschäft. In einer funktionierenden Markt sind 6% erreichbar, aber bei mehr übernimmt die Konkurrenz. Leider sind fehlgeleitete Anteilseigener, vor allem Bankster, die Gier in Person. Viele ruinierte Firmen können davon ein Lied singen. Schon die Bibel geisselt die Gier. Die Leute haben also seit 2000 Jahren nichts gelernt.

  • 04.01.2013, 15:55 UhrFerdinand_Piche

    Zetsche hat kein Benzin im Blut. Der kann das nicht.
    Mercedes wird langfristig die 13. VW Tochter.

  • 04.01.2013, 16:50 UhrKarin

    Das ewige Mantra des Kapitalismus....wachsen...wachsen..wachsen...

    Dabei zerstört dieses System Lebensgrundlagen vieler Menschen und Tiere. Schafft Armut und Massenverelendung, Kriege, Gewalt, Rassismus, Faschismus. Schädigt die Umwelt nachhaltig (Öl)!! Na Hauptsache wir haben genug Luftgeld zum spielen. Wie verblödet ist eigentlich die Menschheit im 21. Jahrhundert?!!

    Und genau wegen dem Wachstum wird Deutschland jetzt wieder am Hindukusch verteidigt.

    Wird echt Zeit das jemand mal auf den Knopf drückt und die verblödete, gierige Menschheit abschafft!!!

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