Daimler
Zetsche ist zurück auf der Erfolgsspur

Daimler-Chef Dieter Zetsche stand in der Kritik - nun zeigen seine Sparmaßnahmen erste Wirkung. Der Daimler-Gewinn legt um 16 Prozent zu. Doch einige Probleme muss der Mann mit dem Schnäuzer noch lösen.
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Düsseldorf/StuttgartEs ist kein halbes Jahr her, da wackelte der Stuhl von Daimler-Chef Dieter Zetsche bedenklich. Gewerkschafter bremsten eine geplante Vertragsverlängerung aus. Statt fünf bekam der Daimler-Chef nur drei zusätzliche Jahre – und galt forthin branchenintern als angeschlagen. Vor allem weil Daimler trotz Rekordzahlen den Anschluss an die Premiumkonkurrenten Audi und BMW zu verlieren schien. „Einsame Spitze“ taufte das Süddeutsche Magazin den glücklosen Daimler-Chef.

Doch mit neuen Automodellen und seinem Sparkurs scheint Zetsche nun erste Erfolge einzufahren. Im dritten Quartal stieg der Daimler-Gewinn vor Steuern und Zinsen aus dem laufenden Geschäft (Ebit) auf 2,2 Milliarden Euro, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist mehr als die Analysten erwartet hatten. Und beim Absatz und Umsatz will Mercedes weiter zulegen. Beim bereinigten Ebit erwartet der Konzern auf das Jahr gesehen aber einen leichten Rückgang auf 7,5 Milliarden Euro - nach 8,1 Milliarden Euro im Vorjahr. In der Hauptsparte Pkw sollen es vier Milliarden Euro sein.

„Man sieht eindeutig, dass sich die Effizienzprogramme positiv auswirken“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber. Allein in der wichtigen Autosparte seien bereits 70 Prozent des für 2013 geplanten Wertes erreicht. Eine konkrete Summe nannte der Konzern nicht. Das Unternehmen hatte vor einem Jahr nach einer Gewinnwarnung angekündigt, in allen Sparten den Rotstift anzusetzen.

Es scheint, als würde der Mann mit dem Schnäuzer die größten Probleme von Daimler langsam in den Griff bekommen. Seine Gegenmaßnahmen zeigen erste Wirkung: In China, den USA und Westeuropa waren Mercedes-Autos gefragt. Der Konzernumsatz konnte um fünf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro zulegen. Und vor allem der neue China-Vorstand Hubertus Troska kann endlich Erfolge vermelden: Allein dritten Quartal hat Daimler in China den Absatz um 38 Prozent auf 64 808 verkaufte Autos gesteigert. Besonders im chinesischen Markt hatte sich Daimler lange sehr schwer getan.

„Daimler ist wieder in der Spur“, kommentierte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen die jüngsten Zahlen. Bei der aktuellen Jahresprognose hat Daimler seiner Einschätzung nach „noch Luft nach oben“ gelassen: „Ich würde vermuten, dass das eher das untere Band ist, was man da angibt.“

Der Erfolg in den Wachstumsmärkten ist auch der runderneuerten Modellpalette zu verdanken. Insbesondere die neue A-Klasse und die kürzlich vorgestellte S-Klasse sorgen für neue Rekorde in der Verkaufsstatistik. Der Mini-Geländewagen GLA, der Anfang 2014 auf den Markt kommt, soll den Umsatz weiter ankurbeln. Analysten prognostizieren einen bereinigten Gewinn von 9,4 Milliarden Euro.

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  • Na ja,mal abwarten. Das neue Design ist zu aufgedonnert und sportlich. Das mag manchen jungen Leuten gefallen,die zahlungskräftigen älteren Herrschaften werden sich u.U. aber von so einem Tuning-Design abwenden. Diese Käufermärkte würde ich mir an Stelle von Zetsche lieber nochmal genau durch den Kopf gehen lassen mit mittelfristiger Perspektive.Zum Kostendrücken wurde neulich über BMW von einer Rückrufquote von 300% in den USA berichtet. Tatsächlich 300&% stand da.

  • Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

  • Am Anfang steht immer das Produkt. Dieses besteht aus der Summe von Technologie, Qualität und Design. Entspricht dieses also den Markterwartungen oder übertrifft sie gar, so werden Produktionskosten zu einer vernachlässigbaren Größe, zumal ich dann dafür auch einen vernünftigen Preis verlangen kann. Produktionskosten sind auch das Ergebnis gewisser Qualitätsstandards. Wenn ich aber die Produktionskosten zu Lasten der Qualität verringere, so wirkt sich dies auch auf das Produkt und damit auf seine Marktakzeptanz aus. Mit anderen Worten; es verkauft sich nicht mehr. Kommt zudem auch noch ein schlechtes Design hinzu wird es natürlich noch unmöglicher das Produkt zu verkaufen. Wenn dies, wie bei “Daimler” der Fall, geschieht, versucht man dann mit weiteren Kostensenkungen (und somit mit weiterer Abnahme der Qualität) und Preisverringerung (Skonto) und damit weniger Ertrag pro verkaufte Einheit, gegen zu steuern und macht es nur noch viel schlimmer. Da zudem jeder Vorstand den Aktionären Rechenschaft abliefern muss, werden die Statistiken der Verkaufszahlen durch Tageszulassungen geschönt und wiederum durch den geringeren erzielten Ertrag nochmalige Kostensenkungen in Aussicht gestellt. Eine Katze die sich in den Schwanz beist und das Ergebnis von Inkompetenz. So sind längerfristig schon oft aus Weltkonzernen Sanierungsfälle geworden.

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