Daimler
Zetsche: „Smart statt S-Klasse“

Handelsblatt: Herr Zetsche, Audi hat angekündigt, bis 2010 im Absatz an BMW und Daimler in Europa vorbeiziehen zu wollen. Steht der neue Hauptgegner in Ingolstadt?

Dieter Zetsche: Entsprechend unserer Produktzyklen haben wir immer Phasen, in denen wir uns beim Volumen etwas nach vorne schieben, und Phasen, in denen wir etwas weniger Momentum haben. Wir haben in der Vergangenheit nicht zu groß getönt, wenn wir vorne lagen, entsprechend sehen wir es auch entspannt, wenn dies phasenweise jemand anders sein sollte. Das ist ein Aspekt, der nicht meine Hauptaufmerksamkeit findet.

Der Druck auf BMW und Daimler zu weiteren Kooperationen wächst. Warum dauert es so lange, bis wir Ergebnisse sehen?

Das Thema ist sicherlich dadurch geprägt, dass man Fakten studieren muss. Aber wenn zwei langjährige Konkurrenten zusammenfinden wollen, geht es auch um Psychologie. Wir sind aber im Konsens über die Themen, die wir anschauen wollen und auch über die Art, wie wir es tun.

Sie sprechen allerdings schon seit zwei Jahren. Müssten nicht allmählich Ergebnisse kommen?

Das ist sicher wünschenswert. Aber dazu müssen beide zu dem Schluss kommen. Wir sind generell aber auf einem guten Weg. Es gibt für uns jedenfalls keinen Grund, die Gespräche selbst in Frage zu stellen.

Experten träumen von einem Champion aus BMW-Daimler und Opel. Was halten Sie davon?

Der Fantasie sind ja derzeit offenbar keine Grenzen gesetzt. Wir haben aber wiederholt und konsistent unsere Auffassung vertreten, dass das Zusammenspiel von Volumenmarken und Premiumbauern nicht zu den glücklichsten zählt. Und daran hat sich nichts geändert.

VW-Boss Martin Winterkorn hat sich bereits gegen Staatshilfen für Opel ausgesprochen. Was ist Ihre Position?

Ich glaube, wenn ein Industrieunternehmen in eine Bedrängnis gerät und klar erkennbar ist, dass es kurzfristig und eigenständig nicht wirtschaftlich erfolgreich tätig sein kann, dass es dann Sinn machen kann, wenn der Staat temporär eine Brücke baut. Es kann allerdings nicht die Aufgabe des Staates sein, langfristig die immer in allen Industrien stattfindende Weiterentwicklung zu behindern oder zu beeinflussen.

Sie haben sich das Opel-Werk Eisenach angeschaut. Ergebnis?

Es fängt einmal damit an, dass wir ein Werk ab 2011 brauchen und damit schon rein zeitlich Eisenach für uns nicht passen würde. Wir haben erwartet und bestätigt gefunden, dass wir mit unserer Entscheidung für ein neues Werk in Ungarn auf dem richtigen Weg sind. Wir halten an unseren Plänen fest, in Kecskemet ein neues Mercedes-Werk zu errichten.

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