Damenmodekonzern
Escada-Chef warnt vor Insolvenz

Schlimmeres kann ein Vorstandschef seinen Aktionären auf einer Hauptversammlung nicht sagen, wie es Bruno Sälzer heute gemacht hat: Der Escada-Chef warnte vor der Insolvenz des Modekonzerns. Um das zu verhindern, verlangte Sälzer Zugeständnisse von Aktionären, Gläubigern und Banken.

MÜNCHEN. Polizisten sind auf Hauptversammlungen selten zu sehen. Auf dem Aktionärstreffen von Escada hingegen patrouillierten gestern zahlreiche Beamte. Die Ordnungshüter waren nicht dazu da, aufgebrachte Aktionäre des angeschlagenen Modekonzerns in Schach zu halten. Vielmehr sollten sie Protestaktionen von Gegnern des Pelzhandels im feinen Hotel Sheraton in München verhindern.

Dabei hätten auch die Anteilseigner der Damenmodemarke allen Grund gehabt, auf die Barrikaden zu gehen. Dem Unternehmen geht es miserabel, und wenn nicht Aktionäre, Anleihebesitzer und Banken in den nächsten Wochen an einem Strang ziehen und Opfer bringen, droht das Ende. Die einzige Alternative zum Restrukturierungsplan sei „die Insolvenz der Escada AG“, drohte der neue Vorstandschef Bruno Sälzer.

Doch die Aktionäre blieben friedlich, ihre Wut entlud sich hauptsächlich gegen den ehemaligen Vorstand. „Unvorstellbar, wie eine einst florierende Gesellschaft so in Schieflage geraten kann“, schimpfte Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Eine der bekanntesten Modemarken der Welt sei kaputtsaniert worden. Dass das ehemalige Management trotzdem 4,3 Mio. Euro an Abfindungen erhalten habe, sei ein Armutszeugnis für den Aufsichtsrat, der diese Verträge ausgehandelt habe.

Die Fakten sprechen für sich: Escada braucht 30 Mio. Euro frisches Kapital. Dieses Geld soll umgehend aus einer Kapitalerhöhung kommen. Die Großaktionäre Wolfgang und Michael Herz wollen 20 Mio. Euro davon übernehmen. Darüber hinaus sollen die Besitzer einer 200 Mio. Euro schweren Anleihe auf einen großen Teil der Rückzahlung verzichten.

Doch das ist nicht alles: Die Banken müssen neue Kredite geben. Dazu kommt ein enormer Zeitdruck. „Wir wollen das Restrukturierungspaket im Laufe des Monats Juli umgesetzt haben“, sagte Sälzer.

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