Dampferzeugerbranche
Kartellamt ermittelt gegen Kesselbauer

Das Bundeskartellamt hat zwei Firmen der Dampferzeugerbranche wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen ins Visier genommen. Die Überprüfung der Unterlagen dauere noch an.

HB Reuters/gil DÜSSELDORF. Bei zwei Herstellern von Kesseln für den Bau von Braunkohlekraftwerken habe es Ende Februar Razzien gegeben, sagte eine Sprecherin des Bundeskartellamts. Die Kartellwächter vermuten Preisabsprachen zwischen den Unternehmen, zu denen es Anfang der neunziger Jahre gekommen sein soll. Nähere Angaben wollte die Sprecherin zunächst nicht machen.

Branchenkreisen zufolge handelt es sich bei den Unternehmen um Babcock Borsig und den französischen Industriekonzern Alstom. Diese beiden Unternehmen waren damals neben Noell und Steinmüller maßgebliche Anbieter im Kesselbau für Kraftwerke.

Der Geschäftsführer der Alstom Power Boiler GmbH in Stuttgart, Werner Kessel, bestätigte die Razzien: „Es hat am 22. Februar Untersuchungen des Kartellamtes wegen des Vorwurfs von Preisabsprachen bei uns gegeben“, räumte Kessel ein. Das Unternehmen arbeite eng mit den Behörden zusammen. Den Vorwurf der Absprachen wies er zurück: Ihm seien keine Absprachen mit Babcock Borsig oder anderen Wettbewerbern bekannt, betonte er.

Auch in Oberhausen bei Babcock Borsig hat es Untersuchungen gegeben, wie ein Sprecher bestätigte. Allerdings ist die frühere Babcock Kraftwerkstechnik mit dem gesamten Babcock-Konzern im Juli 2002 in die Insolvenz gegangen. Der inzwischen von Hitachi übernommene Bereich Kesselbau nennt sich heute Babcock Hitachi Europe und sieht sich nach Angaben eines Sprechers nicht als rechtlicher Nachfolger des insolventen Babcock-Konzerns.

Sollte der Verdacht zutreffen, drohen den Unternehmen dem Kartellamt zufolge Bußgelder von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes.

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