Dank der Finanzsparte
General Motors steigert Gewinn kräftig

Vor allem dank seiner Finanzsparte hat der weltgrößte Automobilkonzern General Motors (GM) im zweiten Quartal seinen Gewinn kräftig gesteigert. Dagegen wies der Konzern in Europa deutlich höhere Verluste aus als im Jahr zuvor.

HB DETROIT. Wie der US-Automobilhersteller am Mittwoch in Detroit mitteilte, kletterte der Gewinn auf 1,34 Milliarden Dollar oder 2,36 Dollar je Aktie von 901 Millionen Dollar vor einem Jahr. Damit übertraf GM die Markterwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis von 2,20 Dollar je Aktie gerechnet. Für das Gesamtjahr bekräftigte GM die Prognose eines Gewinns je Aktie von 7,00 Dollar. Das für das dritte Quartal gesetzte Ziel von 0,75 bis einem Dollar Gewinn pro Aktie lag allerdings unter den Erwartungen von Analysten. Der Konzernumsatz stieg auf 49,1 Milliarden Dollar nach 45,9 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Die GM-Aktie lag am Mittwoch 0,49 Prozent im Plus bei 44,09 Dollar.

Zufrieden zeigte sich Konzernchef Rick Wagoner mit der Entwicklung der GM-Finanzsparte. „Wir sind sehr erfreut über die Rekord-Leistung von GMAC“, sagte er. Mit den zu dem Konzern gehörenden Finanzdienstleistungen verdiente GM im zweiten Quartal 890 Millionen Dollar. Im zweiten Quartal 2003 waren es 834 Millionen Dollar. Auch der weltweit drittgrößte Autohersteller Ford hatte dank seiner Finanzgeschäfte ein starkes zweites Quartal.

In Nordamerika fuhr GM trotz eines leicht gesunkenen Marktanteils einen Gewinn von 328 Millionen Dollar ein nach 83 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Dennoch hätten die Umsätze, die Marktanteile und die Geschäftsentwicklung unter den Konzernerwartungen gelegen, sagte Wagoner. „Ich muss sagen, das ist immer noch ein sehr marginaler Profit“, urteilte GM-Finanzchef John Levine in einer Telefonkonferenz.

Intensiver Preisdruck in Europa

Auf dem Heimatmarkt USA hatte GM im Juni wie auch Rivale Ford einen prozentual zweistelligen Absatzrückgang hinnehmen müssen. Die Unternehmen hatten darauf mit höheren Kaufanreizen reagiert. So gab GM Branchenuntersuchungen zufolge pro Fahrzeug Preisnachlässe von 4125 Dollar und damit 500 Dollar mehr als im Vorjahresquartal.

Im Europageschäft, zu dem auch der Rüsselsheimer Autobauer Opel zählt, wies GM im zweiten Quartal einen Verlust von 45 Millionen Dollar aus nach einem Minus von drei Millionen Dollar im Jahr zuvor. Das Unternehmen begründete den Verlust mit einem intensiven Preisdruck in der Region. Aber auch Wechselkurseffekte und fortlaufende Umstrukturierungskosten im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens mit dem italienischen Autokonzern Fiat hätten das Ergebnis belastet.

Das Europageschäft macht nach den Worten des Konzernchefs zwar bedeutende Fortschritte bei der Kostenreduzierung und der Qualitätsverbesserung. „Dennoch erreichen wir trotz steigender Marktanteile nicht das Umsatzwachstum, das wir uns erhofft haben, besonders in den traditionell großen westeuropäischen Märkten“, sagte Wagoner ein. GM war unlängst von dem Ziel abgerückt, dieses Jahr in Europa schwarze Zahlen schreiben zu können.

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