Dank Studienergebnisses
Merck darf auf Schub durch Medikament Erbitux hoffen

Das Merck-Medikament Erbitux verlängert das Leben von Lungenkrebspatienten um rund fünf Wochen. Zu diesem Ergebnis kommt eine klinischen Studie, die der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern am Wochenende bei einem Krebsforscherkongress in Chicago veröffentlichte. Das könnte den Umsatz erheblich steigern.

HB CHICAGO/FRANKFURT. Merck will nun einem Sprecher zufolge noch in diesem Jahr bei der europäischen Arzneimittelbehörde die Europa-Zulassung des Mittels zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs beantragen. Bekommt das Unternehmen hier grünes Licht, winkt ihm deutlich mehr Umsatz mit dem Präparat, das bereits zur Behandlung von Darmkrebs sowie Kopf- und Halskrebs auf dem Markt ist. Manche Analysten rechnen mit zusätzlichen Spitzenumsätzen von etwa 500 Mill. Euro.

In der Studie mit 1 125 Teilnehmern wurde untersucht, wie stark Erbitux zusätzlich zu einer Chemotherapie das Leben von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs bei der Erstbehandlung verlängern kann. Durchschnittlich überlebten Patienten, die zusätzlich Erbitux erhielten, 11,3 Monate. Bei Patienten, die nur die Chemotherapie bekamen, waren dies der Studie zufolge 10,1 Monate. In der größten Behandlungsgruppe der Kaukasier, die 84 Prozent der Teilnehmer stellte, lag der Überlebensvorteil für die mit Erbitux behandelten Patienten im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie bei rund sechs Wochen.

Nach Angaben von Merck steht Lungenkrebs weltweit bei Männern an erster und bei Frauen an zweiter Stelle der krebsbedingten Todesursachen. Pro Jahr stürben etwa 975 000 Männer und 376 000 Frauen daran, wobei etwa 80 Prozent aller Lungenkrebskarzinome zu den nicht-kleinzelligen zählten.

Analysten äußerten sich positiv zu der Ergebnissen Erbitux-Studie. „Ich denke, dies ist ein solides Resultat“, sagte Eric Schmidt von Cowen & Co. An der Wall Street sei mit einem Überlebensvorteil von vier bis sechs Wochen gerechnet worden. Schafft Erbitux die Zulassung bei dieser Krebsart, würde es mit Avastin von Genentech konkurrieren, das zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs schon auf dem Markt ist.

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