Danone zieht sich bei Griesson de Beukelaer zurück
„Prinzenrolle“ wird rein deutsch

Der französische Nahrungsmittelmulti Danone hat sich von seiner Minderheitsbeteiligung an dem deutschen Kekshersteller Griesson de Beukelaer aus Polch in der Eifel getrennt. Die Anteile sind nach Deutschland gegangen.

DÜSSELDORF. Das Geschäft gab das deutsche Süßwarenunternehmen am Donnerstag bekannt. Danone hielt bisher 40 Prozent der Gesellschafteranteile an der Griesson de Beukelaer GmbH & Co. KG. Diese kam zuletzt auf einen Umsatz von 402 Mill. Euro und eine Jahresproduktion von 141 000 Tonnen Gebäck.

Unternehmensgründer Heinz Gries und der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Land sind nun die alleinigen Inhaber. Geschätzt 95 Prozent der Anteile liegen bei der Familie Gries, der Rest bei Land. Der französische Multi Danon konzentriert sich nun auf sein Kerngeschäft mit Getränken und Molkereiprodukten.

Griesson de Beukelaer war 1999 aus der Fusion des Familienunternehmens Griesson und der Danone-Tochter General Biscuits entstanden. Das Unternehmen stellt unter anderem Prinzenrolle, TUC-Cräcker und die Schoko-Keks-Stangen Mikado her.

Genug Geld für Zukäufe

Die Alleineigentümer sehen sich durch die Übernahme des 40-prozentigen Anteils von Danone nicht in ihren finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt. Man werde auch weiterhin Akquisitionen tätigen können, wenn sich die Gelegenheit dazu biete, erklärte Land dem Handelsblatt. Über den Kaufpreis des Danone-Anteils hätten beide Parteien allerdings Stillschweigen vereinbart.

Die Zusammenarbeit mit Danone werde in Deutschland und Österreich als Vertriebskooperation fortgeführt, bestätigte Land. Ziel sei der weitere Ausbau des Premium-Bereiches, den Griesson de Beukelaer in der Vergangeheit mit der Übernahme der Marke Tekrum und dem Erwerb einer Mövenpick-Lizenz bereits forciert hat. Auch soll der Auslandsanteil am Geschäft von derzeit knapp 40 Prozent innerhalb der nächsten Jahre auf mehr als die Hälfte ausgebaut werden. „Brot- und Buttergeschäft“ bleibe aber weiterhin die Massenproduktion – auch für die Discounter. Größter Wettbewerber ist der Kekshersteller Bahlsen, gegenüber dem Griesson de Beukelaer in den vergangenen Jahren immer wieder Marktanteile gut gemacht hat.

Prinzenrolle

Deutschlands meistverkauftes Süßgebäck hat einen Durchmesser von 65 Millimetern, ist 15 Millimeter hoch und hat 28 Zähne. Besser bekannt ist es als die „Prinzenrolle“, die inzwischen über 50 Jahre auf dem deutschen Markt präsent ist.

Der Doppelkeks, der anfangs noch „le petit prince fourré“ (der kleine gefüllte Prinz) hieß, wurde im April 1955 vom belgischen Bäckermeister Eduard de Beukelaer junior auf den deutschen Markt gebracht. Erfunden hat die Prinzenrolle sein Vater Edouard de Beukelaer um 1870. Der Junior gründete später die „Flämische Keksfabrik“ in Kempen am Niederrhein.

In den letzten 50 Jahren wurden mehr als 1,1 Milliarden „Prinzenrollen“ à 400 Gramm beziehungsweise 20 Milliarden Kekse hergestellt. Seit 1999 gehört die „Prinzenrolle“ zum Portfolio des Süß- und Salzgebäckproduzenten Griesson de Beukelaer.

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