Das Ende der Welt AG
Nichts ist unmöglich – Daimler

Doch auch diese beiden Investitionen tragen niemals Früchte. Die Japaner geraten in eine Existenzkrise, weil sie über Jahre schwere Mängel an den Fahrzeugen ihrer LKW-Tochter Mitsubishi-Fuso vertuscht haben. Und Hyundai lässt die Stuttgarter immer wieder abblitzen, wenn es darum geht, sich operativ einzumischen. 2001 rutscht Daimler-Chrysler in die Verlustzone. Aktionäre fordern den Rücktritt des CEO, Schrempp aber bleibt – vorerst.

Das Ende seiner Ära zeichnet sich erst drei Jahre später ab – und mit ihm der Anfang vom Ende der Welt AG. Im April 2004 verweigert der Vorstand in einer dramatischen Sitzung Schrempp die Gefolgschaft bei Mitsubishi. Das Gremium stemmt sich auf Anraten des damaligen Chrysler-Chefduos Dieter Zetsche und Wolfgang Bernhard („Ja, Jürgen, shit happens“) gegen einen weiteren Milliardenkredit für die Japaner.

Die Idee, wenigstens Synergien zwischen den Massenherstellern Chrysler, Mitsubishi und Hyundai zu heben, wenn schon die Schnittstellen zwischen Chrysler und Mercedes gering sind – wie Branchenexperten von Anfang an bemängeln –, war mit einem schwachen Partner Mitsubishi und einem störrischen Hyundai-Management zum Scheitern verurteilt. Das Gebäude, das Schrempp und seine Berater am Flipchart entworfen hatten, war zu kompliziert. Zu unterschiedliche Markenidentitäten, Firmenkulturen und Sprachen behinderten das Geschäft. Irgendwo brannte es immer im Konzern.

Schon nach seinem Mitsubishi-Debakel im Vorstand hatte Schrempp seinen Rücktritt angeboten, im Juli 2005 kündigte er ihn tatsächlich an. Doch wer ein Eingeständnis seines Scheiterns vermutet hatte, kennt Jürgen Schrempp nicht: „Wir haben die Weichen auf Erfolg gestellt“, und er sei ein „sehr glücklicher Mensch“. Sagte es – und verschwand bisweilen auf seine Farm nach Südafrika.

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