Das Familienunternehmen konzentriert sich auf Asien und Osteuropa
Werhahn sucht neues Wachstum vor allem im Ausland

Das traditionsreiche Familien-Konglomerat Wilh. Werhahn KG aus Neuss setzt seine Wachstumshoffnungen auf den asiatisch-pazifischen Markt. „Wir wollen unsere Zielmarke von 40 Prozent Auslandsumsatz in den kommenden Jahren realisieren“, betonte Werhahn-Sprecher Norbert Wiemers auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz.

dp DÜSSELDORF. Die Konzentration auf Auslandsmärkte gilt als Kernstück einer umfassenden Neustrukturierung des Mischkonzerns. „Wir müssen das nachhaltige, profitable Unternehmenswachstum beschleunigen“, sagte Wiemers. Doch bislang war Werhahn im Ausland nicht recht vorangekommen: die Auslandsquote liegt bei rund einem Viertel des Umsatzes.

Als einen der strategischen Märkte sieht er China. In Schanghai produziert ein Joint Venture des Schneidwarenherstellers Zwilling J.A. Henckels AG mit chinesischen Partnern Zwilling-Kochgeschirr aus Edelstahl. Die „Premiummarke“ (Wiemers) habe mit einer Umsatzsteigerung von 32 Prozent deutlich das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft übertroffen. In Japan habe Zwilling trotz eines rückläufigen Konsums den Marktanteil steigern können.

In China wie auch in Indien mit Bevölkerungen von über 1,2 Milliarden Menschen und steigendem Pro-Kopf-Einkommen zielt Werhahn auf die wachsende Mittelschicht. „Europäische Top-Marken sind sehr begehrt“, weiß Wiemers.

Eine zweiten Schwerpunkt in der Strategie des verstärkten Auslandswachstums setzt Werhahn in Osteuropa. Im Zuge der EU-Erweiterung. wittert Wiemers neue Wachstumschancen für die Baustoffe – Natursteine und Asphaltmischungen – der Firmengruppe der Basalt AG.

Die Expansion im Ausland will Wiemers über internes Wachstum der Auslandstöchter, Ausbau des Vertriebsnetzes und über die Akquisition von Unternehmen in den Ländern vorantreiben. Mit flüssigen Mitteln von rund 1,2 Mrd. Euro und einer Eigenkapitalquote von 58 Prozent (ohne Finanzdienstleistungen) dürften „Zukäufe von 100 bis 200 Millionen Euro keine Schwierigkeiten“ darstellen, meinte Finanzchef Michael Werhahn in der familientypischen Untertreibung.

Die 1841 gegründete Werhahn- Gruppe steckt seit dem vergangenen Jahr in einem umfassenden Umbau. Ihre deutschen Kernmärkte Baustoffe (Natursteine und Schiefer), Lebensmittel (Industrie- und Bäckermehl) und Schneidwaren gelten als ausgereift. Der Gruppenumsatz schrumpfte 2003 um 2 Prozent auf 1,74 Mrd. Euro, das operative Ergebnis habe sich aber auf Vorjahresniveau gehalten, sagte Wiemers. Über den Gewinn wird – wie immer – eisern geschwiegen.

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