Das französische Unternehmen könnte die LKW-Maut machen: Thales hat Deutschland im Visier

Das französische Unternehmen könnte die LKW-Maut machen
Thales hat Deutschland im Visier

Der Chef des größten französischen Rüstungs- und Elektronikkonzerns Thales, Denis Ranque, will die Aktivitäten seines Unternehmens in Deutschland ausbauen:

PARIS. Darunter auch die Weiterentwicklung der Hubschrauber NH 90 und Tiger, eine stärkere Beteiligung am Bau des Transportflugzeug Airbus A 440 M sowie das Torpedogeschäft. Für Thales stehe fest: "Wir machen in Deutschland heute gut 600 Mill. Euro Umsatz. Ich denke, dass wir den deutschen Anteil am Gesamtumsatz auf 10 % verdoppeln können", sagte Ranque. Sein Konzern gehört mit einem Gesamtumsatz von rund 11 Mrd. Euro im Jahr 2002 zu den Top Ten der Rüstungskonzerne weltweit.

Im Fokus steht auch das zivile Geschäft, das bei Thales rund 40 % ausmacht. Der französische Konzern will in Deutschland vor allem den Markt für Telematik und GPS-Produkte angehen. Dazu zählt das Management von LKW-Flotten für Speditionen oder die Verkehrsüberwachung. "Mit unserer Technologie ließe sich natürlich auch ein landesweites Mautsystem betreiben", betonte der Thales-Chef.

Die Pläne der Bundesregierung, die Übernahme deutscher Rüstungskonzerne durch ausländische Konkurrenten mit Hilfe einer Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes durch ein Mitspracherecht zu kontrollieren, begrüßte Ranque ausdrücklich: Langfristig müsste es in Europa ähnliche gesetzliche Regelungen wie in der USA geben. Der US-Rüstungsmarkt gilt allgemein als schwer zugänglich für europäische Unternehmen. "Wir sollten so bald wie möglich europaweite Regeln haben, die von der Europäischen Union überwacht werden", sagte Ranque.

Nach wie vor schaut Thales auch auf die Kieler Werft HDW, von der sich der derzeitige Eigentümer, der US-Finanzinvestor OEP wieder trennen will. Allerdings habe eine Prüfung ergeben, dass der geforderte Preis zu hoch sei, so Ranque. Und: "Es ist nicht unser Ziel, in Deutschland Schiffe zu bauen. Das soll kein Selbstzweck sein. Wenn es aber zur Konsolidierung der Werftenindustrie in Europa kommt und wir dabei sein können, wird es interessant", sagte der Thales-Chef im Handelsblattgespräch.

Das komplette Interview lesen Sie Montag ab 6 Uhr.

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