Industrie
Das Fußball-Geschäft läuft wieder rund

Seit der Weltmeisterschaft klettern die Umsätze der Sportartikel-Konzerne kräftig.

MÜNCHEN. Freitag, 20.30 Uhr, Olympiastadion München. Auftakt zur 41. Saison der Fußball-Bundesliga mit der Partie Bayern gegen Frankfurt. Noch bevor der Ball rollt stehen die ersten Gewinner bereits fest: Die Sportartikel-Konzerne verdienen derzeit am Fußball wie schon seit Jahren nicht mehr.

„Seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr wächst das Fußball-Geschäft wieder zweistellig“, sagt Thomas Kleinhenz, Geschäftsführer von Puma Deutschland. „Die Begeisterung für Fußball ist zurück gekehrt.“ Nach dem Turnier in Süd-Korea und Japan im vergangenen Sommer seien die Verkäufe in dieser Sportart kräftig angezogen – nach Jahren der Stagnation.

Keiner der großen Sportartikel- Konzerne will sich das wachsende Geschäft mit Fußball-Schuhen, Trikots und Bällen entgehen lassen. In allen wichtigen Ligen der Erde liefern sich Adidas, Puma, der weltgrößte Sportkonzern Nike und zahlreiche lokale Anbieter einen erbitterten Kampf um die Gunst der Fußballer und ihrer Fans.

Adidas schätzt, dass jedes Jahr mit Fußball-Markenartikeln 2,5 Mrd. Euro weltweit umgesetzt werden. Die Franken haben die WM-Euphorie vergangenes Jahr genutzt und ihre Gesamteinnahmen zweistellig auf 800 Mill. Euro gesteigert.

Auch für das laufende Jahr verspricht Erich Stamminger, Marketing-Vorstand von Adidas, höhere Umsätze. Die Leute kauften in diesem Jahr Fußball-Artikel, obwohl gar kein großes internationales Turnier ansteht. 2004 werde die Kauflust noch einmal neue Nahrung erhalten – dann findet die Europameisterschaft in Portugal statt.

Adidas sieht sich weltweit als Marktführer im Fußball-Geschäft. In den wichtigen Absatz-Ländern Deutschland und Großbritannien kommen die Franken nach eigenen Angaben auf einen Anteil von mehr als 50 %.

Die Bundesliga spielt in den Marketingbemühungen längst nicht mehr die Hauptrolle. Während früher Adidas und Puma fast die ganze Liga ausgestattet haben, konzentrieren sich die beiden Unternehmen aus Herzogenaurach heute auf einige wenige Clubs.

Adidas ist Partner und Gesellschafter von Bayern München und Ausrüster von Schalke 04 und Bayer Leverkusen. Puma stellt die Trikots des VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg. An Stelle der Großen haben sich Nischenanbieter wie Jako, Uhlsport und Kappa in der Bundesliga breit gemacht. Der US-Konzern Nike – weltweit härtester Konkurrent von Adidas – hat hier zu Lande gleich mehrere Teams unter Vertrag, darunter Borussia Dortmund.

Puma und Adidas werben dafür inzwischen um Käufer im Ausland. Puma hat sich jüngst mit der italienischen Nationalmannschaft verbündet, Adidas ist Ausrüster von Teams wie Real Madrid und AC Milan. Allein vom spanischen Hauptstadt-Club mit seinem Star David Beckham wird Adidas in dieser Saison nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Million Trikots absetzen.

In der Deutschland-Filiale von Nike ist man überzeugt, dass die Fußball-Begeisterung anhält. „Die bevorstehende Europa- und Weltmeisterschaft, die beide in Europa stattfinden, werden den Aufwärtstrend noch verstärken“, sagt ein Firmensprecher. Und obwohl Fußball in der Heimat von Nike nicht zu den ganz großen Sportart gehört: Für Nike sei Fußball eines der wichtigsten Geschäftsfelder.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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