„Das ist ein teures Unterfangen“
Ford leiht sich 18 Milliarden Dollar für Sanierung

Ford will sich zur Finanzierung seiner harten Sanierung 18 Mrd. Dollar leihen. Der angeschlagene US-Autobauer hinterlegt für die Kredite nach Angaben vom Montag erstmals Bürgschaften. Unter anderem würden sie mit seinen wichtigsten US-Werken, Immobilien und geistigem Eigentum abgesichert.

HB NEW YORK. Die Börse reagierte auf den Plan wenig begeistert: Ford-Aktien verloren fast drei Prozent. Das Unternehmen will im Zuge seines Umbaus 16 Werke schließen und bis zu 45 000 Stellen streichen. Bereits im Oktober hatte er angekündigt, sich dafür Geld leihen zu müssen. „An Stelle von Anteilsverkäufen haben sie sich für Kredite entschieden“, erläuterte die New Yorker Analysefirma CreditSights die Kursabschläge und bezeichnete dies als Indiz dafür, dass Anleger Ford als ein sehr risikobehaftetes Unternehmen betrachten könnten. „Sie sind an einem Punkt angekommen, an dem sie Vermögenswerte für Kredite hinterlegen müssen“, beschrieb CreditSights-Chef Glenn Reynolds die Situation. „Dies bestätigt, dass sie nichts als Ärger erwarten.“ In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte Ford durch hohe Kosten für den Umbau und eine fehlgeschlagene Modell-Politik rund sieben Mrd. Dollar Verlust gemacht.

Ford leiht sich die 18 Mrd. Dollar in drei Kreditlinien und sichert diese auch mit Anteilen der Töchter Ford Motor Credit und Volvo ab. Das Unternehmen will damit einen Bargeldbestand zum Jahresende von etwa 38 Mrd. Dollar gewährleisten. Die Kredite würden dabei helfen, die für Sanierung benötigten Barmittel sicherzustellen, sagte Analyst Kevin Tynan von Argus Research. Ford habe nicht nur Kosten für die Umstrukturierung und die Abfindungen im Zuge des Stellenabbaus, sondern auch für die Entwicklung neuer Modelle. „Das ist ein teures Unterfangen.“

Ford hat seinen 75 000 gewerkschaftlich organisierten Arbeitern in den USA Abfindungen angeboten und will auf diese Weise seine Werksbelegschaft fast halbieren. Die meisten Arbeiter wollen die Abfindungen im ersten Halbjahr 2007 annehmen. Zur Sanierung will Ford auch seine Luxusmarke Aston Martin verkaufen. Dazu bereitet der Konzern eine engere Auswahl der Interessenten vor. Ford rechnet aber nicht damit, den Verkauf noch in diesem Jahr abzuschließen.

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