„Das ist Rassismus“: VW-Super-Bowl-Spot im Kreuzfeuer der Kritik

„Das ist Rassismus“
VW-Super-Bowl-Spot im Kreuzfeuer der Kritik

In den Werbe-Pausen des Superbowl kämpfen Marken in den USA um Aufmerksamkeit wie nie. Der deutsche Autobauer VW bekommt davon für seinen Spot bereits im Vorfeld eine Menge: Es hagelt Kritik von allen Seiten.
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WashingtonVolkswagen will beim Football-Finale in den USA am Sonntag einen Werbe-Clip ausstrahlen lassen, an dem sich schon im Vorfeld die Geister scheiden. Der 60-Sekunden-Spot mit einem hellhäutigen New-Beetle-Fahrer , der einen starken jamaikanischen Akzent hat, sei zuvor einem breit gefächerten Test-Publikum einschließlich Jamaikanern vorgestellt worden, sagte VW-Manager Mark Gillies am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

An den Planungen für Sonntag habe sich nichts geändert - auch nicht nach der Vorab-Verbreitung des Clips über YouTube, die zu heftigen Debatten geführt hatte.

Der Spot steht unter dem Motto „Get In, Get Happy“ und dreht sich um das Arbeitsleben des Angestellten Dave, der einen roten New Beetle fährt, praktisch den Urahnen des Käfers. In dem Spot gibt er an, er stamme aus dem US-Bundesstaat Minnesota. Deutlich hebt sich der VW-Fahrer in dem Spot von seinem schlecht gelaunten Umfeld ab, durch Sorglosigkeit und Zuversicht.

„Ich war schockiert - das ist rassistisch“, sagte Barbara Lippert von Mediapost.com dem US-Sender NBC. Der schwarze „New York Times“-Kolumnist Charles Blow ging ebenfalls auf Distanz dazu, dass einem hellhäutigen Mann die Stimme eines Farbigen unterlegt wurde.

VW-Manager Gillies zeigte sich über die Kritik erstaunt. Die Haupt-Botschaft der Werbung, „die einige vergessen zu haben scheinen“, bestehe darin, dass das Fahren eines New Beetle „den Tag erfreulicher gestaltet“.

Auf dem Internetportal YouTube setzten sich die Kritiker zunächst nicht durch. Am Dienstag gab es 3.000 positive Bewertungen des Spots - und nur rund 200 negative. Angeklickt wurde der Werbe-Spot in kurzer Zeit von mehr als 600.000 Internet-Nutzern.

Die Werbezeiten beim Super Bowl ziehen stets große Aufmerksamkeit auf sich, weil das Ereignis in den USA mit Rekord-Einschaltquoten einhergeht.

Kommentare zu "VW-Super-Bowl-Spot im Kreuzfeuer der Kritik"

Alle Kommentare
  • Big up Jamaica. Ich bin (weisser) Deutscher und lebe seit mehr als sechs Jahren in Jamaica.
    wir sind lebensfroh und die Worte könnten durchaus von mir oder meinen (ebenso deutschen) Kindern stammen. Hier in Jamaica sind wir stolz das VW unsere Lebensfreude nach draussen transportiert (auch wenn es fuer einen richtigen Rasta ein wenig überzogen ist).

  • Daniel du hast vollkommen recht!!! Ich bin selber ein Ausländer und empfinden es als überhaupt nicht rassistisch. Man sollte ehe daran denken wie viele Jobs VW auf der Welt schafft bzw wie vielen Menschen VW in Lohn und Brot bringt.

  • Rassismus ?!? Schwachsinn... Erneut eine ziemlich coole Idee von den VW-Werbern !!

    Vielleicht denken wir einfach aus purer Gewohnheit in die falsche Richtung bei dem Thema: Rassistisch beleidigt müssten sich ja wenn, dann die pienzigen, frustrierten "Hellhäutigen" im Clip fühlen und nicht die (per Definition) lebensfrohen Jamaikaner.

    Hier geht's wohl eher darum, dem deutschen Hersteller nicht schon wieder so einen Werbeclou wie bei der Darth Vader Werbung zu gönnen - ach herrje: Schon wieder ein rassistischer Hintergrund...

  • vollkommen falsch! Das bringt die Tierschützer auf die Palme! Aber die dürfen darauf auch nicht mehr sitzen. Das wissen die nur noch nicht.

  • Den New Beetle als Käfer zu bezeichnen grenzt ebenfalls an Rassismus.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wird doch immer verrückter in dieser Welt. Ist so langsam Alles anscheinend gleich mit Etiketten wie "rassistisch", "antisemitisch", "frauenfeindlich" etc. versehen.
    In was für einer Welt leben wir denn?
    Ist doch nicht mehr normal, wenn man bei jeder Handlung, jeder verbalen Äußerung Angst haben muß, irgend jemanden auf den Schlips zu treten.
    Künftig also braucht man immer einen Rechtsanwalt im Schlepptau?
    Geht's so weiter, dann fällt jegliche Kommunikation weg aus Angst, in irgendein aufgebauschtes Fettnäpfchen zu treten.

  • Also ist es rassistisch, wenn ein Schwarzer einem weißen seine Stimme leiht? Gott ja es ist rassistisch auch noch darauf herum zu reiten. Ich habe es jedenfalls nicht erkannt.

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